Elisabeth Rechenmacher, Direktorin der Familienberatung fabe und des Elterntelefons.

Familienmediation: Gewinn für alle

Die Familienberatung fabe bietet trennenden Paaren Familienmediation an. Bei einer Mediation gewinnen alle: Mutter, Vater und Kinder.

Publiziert in 34 / 2018 - Erschienen am 9. Oktober 2018

Schlanders/Bozen - Oft geht es um Unterhalt oder Sorgerecht. Begleitet und im geschützten Rahmen fällt es Partnern leichter, das auszusprechen, was ihnen wichtig ist. Der Mediator oder die Mediatorin sorgt als (neutrale) allparteiliche Person dafür, dass beide Konfliktpartner genügend Raum und Zeit für ihre Anliegen erhalten. Häufig werden auch Themen angesprochen, die das Paar alleine nicht ansprechen wollte oder konnte. So gelingt es meist besser, gemeinsame, passende Lösungen zu finden, um auch zukünftig eine konstruktive Elternschaft zu ermöglichen.

Konstruktive Elternschaft ermöglichen

„Bei der ausgehandelten Lösung im Rahmen einer Mediation handelt es sich um einen Kompromiss“, erklärt Elisabeth Rechenmacher, Direktorin der Familienberatung fabe und des Elterntelefons. Der sei zwar meist nicht ganz so, wie es sich der einzelne jeweils vorgestellt hat, aber doch so, dass beide Elternteile damit einverstanden sein können. „Der Vorteil für die Kinder besteht darin, dass Vater und Mutter ein neues Miteinander als Eltern finden können und das Familienklima entlastet wird“, sagt Elisabeth Rechenmacher. Der Mediator oder die Mediatorin hat die Aufgabe, beiden Elternteilen genügend Raum zu geben, um ihre Sichtweisen, Anliegen und Bedürfnisse einbringen und besprechen zu können. Ab einer gewissen Eskalationsstufe eines Konfliktes ist es auch unumgänglich, konkret an den Emotionen zu arbeiten, da die Selbstheilungskräfte der Parteien ansonsten nicht mehr genügend aktiviert werden können, um eine win-win Lösung zu erreichen und weiterhin gute Eltern zu bleiben. Es geht darum, Emotionen zu würdigen, damit sie letztlich als Ressource für die Heilung der Verletzungen genutzt werden können. Mediatoren bewerten nicht, be- oder verurteilen nicht und entscheiden auch nicht, was richtig oder falsch war oder ist, dies entscheiden die Eltern selbst. Mediatoren zeigen die Richtung auf, können auch aufgrund ihrer Erfahrungen helfen einen neuen gemeinsamen Weg auf Elternebene zu finden. Ein Informationsgespräch bei einem Rechtsanwalt im Vorfeld kann für eine gelingende Mediation sehr hilfreich sein. Dank der Familienmediation haben Ehepartner und/oder Eltern dann die Möglichkeit, eine einvernehmliche Trennung bei Gericht zu beantragen, ohne Rechtsbeistand. Die Regelungen können sowohl persönlicher als auch vermögensrechtlicher Natur sein. Auch nichtverheiratete Paare können auf Wunsch ihre Mediationsvereinbarung bei Gericht hinterlegen. Die Trennung auf dem Weg der Mediation verursacht kaum Kosten. Zudem erhöht ein Mediationsverfahren die Wahrscheinlichkeit, dass ehemalige Partner trotz Trennung und Scheidung weiterhin respekt- und würdevoll miteinander umgehen. Das ist besonders dann wichtig, wenn Kinder im Spiel sind. Trennungsmediation eignet sich für Paare, die sich für eine Trennung oder Scheidung entschlossen haben und dabei: selbst bestimmen wollen, wie ihr Leben und das ihrer Kinder nach der Scheidung aussehen soll; destruktiven Streit im Scheidungsverfahren vermeiden wollen; eine faire Lösung für beide Partner und für die Kinder anstreben; nach der Trennung weiterhin als Eltern kooperieren wollen.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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