Fernheizwerk: „Weg vom Gas“ als Ziel
Schlanders - Einen durchwegs positiven Jahresabschlussbericht zum Fernheizwerk Schlanders, an dem die Gemeinde mit 51 und die Alperia als Partner mit 49 Prozent beteiligt ist, konnten der Präsident Hannes Ille und der Vizepräsident Günther Andergassen (Alperia) dem Gemeinderat am 30. April vorstellen. Im Heizwerk wird dank einer Kraft-Wärme-Koppelungsanlage gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Für Spitzenlasten bzw. als Ausfallreserve gibt es zusätzliche Erdgaskessel. Die Erlöse aus dem Verkauf von Wärme und Strom beliefen sich 2025 auf ca. 5,9 Mio. Euro, die Aufwände (Einkauf Rohstoffe, Dienstleistungen und Abschreibungen) auf 4,6 Millionen, sodass ein Gewinn von rund 800.000 Euro erzielt werden konnte. 2025 wurden 36,2 Mio. kWh an Wärme erzeugt, 24,9 Mio. davon mit Biomasse und 11,3 Mio. mit Gas. An Strom wurden 10,6 Mio. kWh produziert, 6,1 Mio. davon mit Gas, der Rest mit Biomasse. Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende auf 5,6 Mio. Euro: 3,8 Mio. gegenüber von Banken sowie 1,8 Mio. gegenüber von Lieferanten (Gaseinkauf als größter Posten). Die verwendete Biomasse (Hackschnitzel) belief sich 2025 auf 44.000 Schüttraummeter. 31 Prozent davon stammten von Lieferanten aus der näheren Umgebung, der Rest zu 95 Prozent von Südtiroler Lieferanten bzw. aus dem Trentino (5 Prozent). An Gas wurden ca. 2 Millionen Kubikmeter verbraucht. Als größtes Ziel bzw. Herausforderung für die Zukunft nannte Hannes Ille die Dekarbonisierung, sprich das „Weg vom Gas“, um die Klimaneutralität zu erreichen. Konkret werde u.a. daran gedacht, als Alternative zum Gas einen weiteren Biomasse-Heizkessel einzubauen. Das Fernheizwerk Schlanders (888 Kunden, 32 Kilometer Leitungen) beschäftigt 5 Mitarbeiter. Die Bürgermeisterin Christine Kaaserer und der Gemeindereferent Günther Bernhart dankten dem Verwaltungs- und Überwachungsrat des Fernheizwerks sowie vor allem auch dem Mitarbeiterstab. „Wir haben ein innovatives und professionell geführtes Fernheizwerk, auf das wir stolz sein können“, sagte Bernhart.