Die Errichtung der neuen kuppelbaren 10er-Kabinenbahn „Prämajur“ am Watles schreitet planmäßig voran (im Bild die Talstation am 20.09.2026). Die Eröffnungsfeier findet auf Einladung der Touristik & Freizeit GmbH am 4. Dezember 2026 an der Talstation statt.
Der Malser Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung.
Die Sperre der Glurnser Innenstadt für den Durchzugsverkehr sorgte heuer im Sommer zu starken Verkehrsbelastungen in Laatsch und zum Teil auch in anderen Nachbarorten.
Zum wiederholten Mal hat Bürgermeister Josef Thurner die Glurnser Verkehrssperre kritisiert.

Für die Gondelbahn …

… dürfen keine „Aree Interne“-Geldmittel eingesetzt werden. Bürgermeister Josef Thurner stellt Alternative in Aussicht.

Publiziert in 17 / 2026 - Erschienen am 22. September 2026

Mals - Schon seit Monaten wird am Watles an der Errichtung der neuen kuppelbaren 10er-Kabinenbahn „Prämajur“ gearbeitet, die pünktlich zum Beginn der Wintersaison in Betrieb gehen soll. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15,7 Millionen Euro. Zu den Geldgebern gehört neben dem Land und der Tourismusgenossenschaft Obervinschgau auch die Gemeinde Mals, die das Vorhaben mit insgesamt ca. 3,5 Mio. Euro mitträgt. Eine Million Euro davon wollte die Gemeinde mit SNAI-Geldmitteln abdecken. Es handelt sich um Mittel aus dem Fördertopf „Strategia Nazionale Aree Interne (SNAI)“, auf Deutsch „Nationale Strategie für Binnengebiete“. SNAI-Binnengebiete in Südtirol sind der „Obere Vinschgau“ sowie „Ultental-Oberes Nonstal-Tisens und Lana“. Die zwei Gebiete erhalten je 4 Millionen Euro vom Staat.

Geld fließt nun in Hallenbad-Umbau

Wie Bürgermeister Josef Thurner dem Gemeinderat am 15. September mitteilen musste, kann die für die Gondelbahn ursprünglich vorgesehene Million an SNAI-Mitteln – insgesamt bekommt die Gemeinde Mals 1,260 Mio. aus diesem Fördertopf – nicht für diesen Zweck ausgegeben werden, weil dieses Projekt angeblich nicht den Vorgaben bzw. Kriterien der Förderungen entspreche. Angesichts dieser Sachlage sah sich der Gemeinderat gezwungen, den Ratsbeschluss im Zusammenhang mit der Beitragsgewährung für den Bau der neuen Kabinenbahn teilweise zu widerrufen. Im Zuge einer Bilanzänderung wurde eine Umbuchung genehmigt, wonach die SNAI-Million nun für das Projekt „Umbau und Erweiterung des Schwimmbades und der Sauna“ verwendet werden soll. „Es handelt sich um ein Projekt, das Ausgaben in Höhe von mehreren Millionen vorsieht“, sagte der Bürgermeister. Dieses Vorhaben dürfte den Kriterien für die Verwendung von SNAI-Geldmitteln entsprechen. Die Machbarkeitsstudie zum Projekt hätte dem Gemeinderat zu Beginn der Sitzung vorgestellt werden sollen, aber die Vorstellung musste aufgrund eines Todesfalles in der Familie eines Mitgliedes des beauftragten Planungsbüros verschoben werden. Zur Frage des Ratsmitgliedes Hannes Noggler, wie es jetzt nach dem Fehlen der Million beim Bau der Gondelbahn weitergehe, meinte der Bürgermeister, dass wahrscheinlich der Gemeindehaushalt herhalten werde, wobei man aber schauen werde, dass man in Abstimmung mit dem Land über anderweitige Wege zu Geld komme.

„Wenn Glurns noch einmal zusperrt, …“

Als bedauerlich und „zum Ärgern“ bewertete Josef Thurner zum wiederholten Mal die von der Gemeinde Glurns verfügte Sperre der Innenstadt für den Durchzugsverkehr. Während der Zeit der Sperre vom 6. Juli bis zum 31. August habe vor allem Laatsch unter starken Verkehrsbelastungen gelitten, denn viel Durchzugsverkehr wich über Laatsch aus. Aufs Tapet gebracht hat das Thema das Ratsmitglied Bruno Pileggi. Bürgerinnen und Bürger von Laatsch hätten u.a. beanstandet, dass es seitens der Malser Gemeindeverwaltung und auch seitens der zuständigen Landespolitiker keine offiziellen Reaktionen auf die Sperre gegeben habe. Der Bürgermeister erinnerte erneut daran, dass Glurns die Sperre ohne jegliche Vorwarnung und ohne das Aufzeigen einer Alternative verfügt habe. 

An die Adresse des Glurnser Bürgermeisters Erich Wallnöfer meinte Thurner: „Ein Held ist man nicht, wenn man ohne Absprache und Rücksicht einfach zusperrt, sondern wenn man auch eine Lösung hat. Wo aber ist die Lösung?“ Man könne nicht einfach sagen: „Ich sperre zu und die anderen sollen schauen, was sie tun.“ Er habe sich von Beginn an stets gegen die Sperre ausgesprochen. Wenn es nun sogar heiße, dass auch Laatsch zusperren soll, sei das ebenfalls keine Lösung: „Dann soll Wallnöfer doch einen Ring um die Stadt ziehen, damit die Nachbarorte vom Durchzugsverkehr verschont bleiben.“ Sollte es im nächsten Jahr erneut zu einer Sperre kommen, will Thurner beim Abteilungsleiter des Straßendienstes, Philipp Sicher, der das Okay für die Sperre gegeben hatte, im Vorfeld eine Risikobewertung einfordern, damit die Gefahrensituation von Glurns mit jener von Laatsch verglichen werden kann. „Dann werden wir schon sehen, was herauskommt“, so Thurner. In Laatsch seien vom 27. Juli bis zum 6. August Erhebungen bzw. Verkehrszählungen durchgeführt worden. Auch Camping-Gäste, die in Glurns urlauben und mit denen die Stadt Geld verdient, hätten sich durch Laatsch gezwängt. Zusammenfassend meinte Thurner: „Das sind so keine Zustände. So etwas macht man nicht, ohne Absprache mit Nachbargemeinden und ohne fundierte Gutachten.“ Dem Landesrat Daniel Alfreider sei die untragbare Situation unlängst bei einem Treffen dargelegt worden.

Josef Laner
Josef Laner

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