Am Präsidiumstisch (v.l.): Thomas Tecini, Arnold Schuler, Helmut Fischer, Franz Tappeiner, Hans Telser und Andreas Mair.

Ihr Dienst ist freiwillig und daher unbezahlbar

Publiziert in 15 / 2014 - Erschienen am 24. April 2014
Einmal im Jahr wird am Bezirksfeuerwehrtag Bilanz gezogen, die Öffentlichkeit informiert und Anerkennung ausgesprochen. Goldrain/Schluderns - Zum 59. Bezirksfeuerwehrtag hatte sich der Untervinschger Feuerwehrpräsident Franz Tappeiner einen historischen Rahmen ausgesucht. Im Rittersaal des Bildungshauses Schloss Goldrain begrüßte er Ehrengäste und Vertreter der 18 Wehren und des einen Löschzuges aus den Gemeinden Kastelbell-Tschars, Latsch, Martell, Schlanders und Laas. Weil sein Abschied näher komme, bezeichnete sich Tappeiner als aufgewühlt, das Einsatzjahr 2013 stufte er aber als verhältnismäßig ruhig ein. Die 779 Männer und 21 Frauen seien zu 28 Einsätzen weniger gerufen worden als 2012. Als sprechendes Beispiel für 73 Brandeinsätze wurde ein Bild des brennenden Vinschgerzuges eingeblendet. Ein völlig zertrümmerter PKW sollte die 236 technischen Einsätze unterstreichen. Zwischen Einsätzen, Brandverhütung, Ordnungsdienst, Übung und Ausbildung wurden 30.478 Arbeitsstunden aufgewandt, berichtete Präsident Tappeiner. Fast die Hälfte der Wehrleute habe Fortbildungsveranstaltungen an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian besucht. Laut Bezirksjugendreferent Harald Prenner habe sich von den sieben Jugendgruppen aus 11 Wehren vor allem die Jugendgruppe Göflan hervorgetan. Bezirksinspektor Hans Telser gab Einblick in eine anspruchsvolle Übungspraxis und berichtete von der Überprüfung aller 19 Gerätehäuser und der vier neu ausgegebenen Fahrzeuge. Den Stellenwert dauernder Fortbildung unterstrich Univ. Prof. Friedrich Weyermüller mit dem Referat „Wie führe ich erfolgreich eine Feuerwehr?“ Lobend merkte er an, dass die Grundprinzipien Wertschätzung und Dank mit den Ehrungen am Bezirksfeuerwehrtag erfüllt würden. So wurden der Laaser Robert Tröger für 10 Jahre als Kommandantstellvertreter, die Wehrleute Ferdinand Hauser, Hubert Veith und Franz Muther aus Laas, Walter Moschen und Helmut Kofler aus Kastelbell für 40 Jahre Dienst geehrt. Als neuer Landesrat fürs Feuerwehrwesen erinnerte Arnold Schuler an die beispielhafte Zusammenarbeit der Wehren mit Zivilschutz und Landesämtern bei Naturkatastrophen. Er kündigte Änderungen bei der Vergabe von Beiträgen an. Landesfeuerwehrpräsident Wolfram Gapp stellte erfreut fest: „Die Zahl der Teilnehmer an Lehrgängen und die Jugendarbeit in 12 Wehren liegen über dem Landesdurchschnitt.“ Er kündigte Möglichkeiten an, auch nach dem 65. Lebensjahr aktiv im Dienst zu bleiben. Bezirkstagungen im Oberen Vinschgau sind immer international War der Rahmen des Untervinschger Kollegen historisch, so hatte sich der Obervinschger Feuerwehrpräsident Manfred Thöni zur Tagung im Kultursaal von Schluderns einen internationalen Rahmen geschaffen. Die große Gruppe der Ehrengäste ergänzten der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger, der kommissarische Verwalter der Gemeinde Schluderns, Anton Patscheider, der Feuerwehrkommandant der „Pumpiers“ der Val Müstair und der stellvertretende Kommandant des Bezirks Landeck. Durch Feuerwehrkaplan Florian Öttl und Feuerwehrarzt Helmut Rauner konnte Feuerwehrpräsident Thöni zudem sicher sein, dass die seelische und körperliche Gesundheit bei der Tagung eine bedeutende Rolle spielen würde. In seinem Kurzreferat skizzierte Kommissar Patscheider „die abwanderungsgefährdete Gemeinde Schluderns“ und unterstrich die Verdienste der örtlichen Feuerwehr. Dem Bericht von Präsident Thöni war zu entnehmen, dass die 21 Wehren und drei Löschzüge mit 806 Wehrmännern und 15 Wehrfrauen zu 55 Brandeinsätzen und zu 226 technischen Hilfeleistungen gerufen wurden. Sehr aufmerksam wurden die Ausführungen von Bezirksfeuerwehrinspektor Armin Plagg zum angenommenen Brand im Vinschger Zug verfolgt. Besondere Brisanz bekam der Bericht, da von offizieller Seite ein derartiger Schadensfall ausgeschlossen worden war und nur wenige Tage nach der Übung mit 320 involvierten Personen und 52 Fahrzeugen aus fünf Einsatzorganisationen das „Unmögliche“ tatsächlich eingetreten ist. Aufklärenden, aber auch unterhaltsamen Wert hatte die Dialogszene zwischen Doktor Rauner und Pfarrer Öttl. Es ging um gesundheitliche Vorsorge, um den Vorschlag, alle Bürgermeister in die Landesfeuerwehrschule zu schicken, bevor sie auf die Menschen losgelassen würden, und um die Verschlagwortung der Buchstaben FF zu „frisch und fit in den Frühling“. Jugendreferent Karl Malloth ging auf Ausbildung und Wettbewerbe seiner acht Jugendgruppen ein. Landesfeuerwehrpräsident Wolfram Gapp erwähnte die schier übermenschlichen Anstrengungen der Wehren während der niederschlagsreichen Monate und würdigte die gelungene Großübung und die Ausrüstung einer eigenen Bootsgruppe auf dem Stausee in Reschen. Mit dem Verdienstkreuz in Gold für 40 Jahre im Dienste der Allgemeinheit geehrt wurden Alois Haller (Schleis), Gabriel Eberhart (Graun), Josef Joos ­(Taufers i.M.), Alois Plagg (Mals), Konrad Plangger, Alois Stecher und Karl Stecher (alle Langtaufers). Für seine 10 Jahre als Bezirksfeuerwehrkaplan erhielt Pfarrer Öttl das Verdienstkreuz in Bronze mit einem Stern. Gratuliert und beschenkt wurden Helmut Rauner zum 60. Geburtstag und Feuerwehrmann Alois Plagg für seinen langjährigen Einsatz als Bezirksgerätewart. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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