Die Tablander Krippenfreunde (1.v.l. Rudi Martin)

Krippenbauer aus Leidenschaft

Publiziert in 45 / 2014 - Erschienen am 17. Dezember 2014
Das Krippenbauen ist für Rudi Martin eine Passion. An seine erste Krippe erinnert sich der Tablander, der jährlich einen Kurs leitet, noch genau. NATURNS - Das Krippenbauen gehört zur Vorweihnachtszeit und erfreut sich auch im Vinschgau größter Beliebtheit. Krippenbauer fertigen mit viel Liebe zum Detail, Fleiß und Leidenschaft aus Naturmaterialien wie Wurzeln, Ästen, Hölzern und Rinden regelrechte Kunstwerke an. derVinschger hat mit Rudi Martin, von den Krippenfreunden Tabland gesprochen. derVinschger: Wann haben Sie ihre erste Krippe gebaut? Rudi Martin: Mein erste Krippe, und daran erinnere ich mich sehr genau, die baute ich mit meiner Mutter in Kortsch, im Alter von acht Jahren. Es war ein einfaches Brett mit zwei alten Schindeln, die wir als Dach benutzten. Alte Figuren, wo beim König die Krone fehlte, aber die ich durch einen Kaugummi ersetzte und bemalte. Der Schnee war Staubzucker und auch ein einfacher Zaun war da. Man sieht also, eine einfache Krippe mit großer Wirkung und vielen Erinnerungen, die einem niemand mehr nehmen kann. Danke Mama für alles, dein Ziehsohn Rudi. Die größte Freude am Krippenbauen? Das ist in wenigen Worten gesagt, wenn man beim Kurs sieht, wie gut es Menschen tut, wie ruhig sie werden und wie von Tag zu Tag ihre Freude an den Krippen größer wird. Wenn Menschen die sich nicht kennen, beginnen einander zu helfen und man sieht wie die Krippenbauer zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. Ihre Lieblingsfigur? Meine Lieblingsfigur ist die Familie, in jeder Hinsicht, sei es in der Krippe oder zu Hause. Wie wird man Krippenbaumeister? Die offizielle Berufsbezeichnung Krippenbaumeister gibt es hier bei uns nicht, da es keine Kurse in dieser Richtung gibt. Aber mit viel Liebe und Fleiß kann man sich das Krippenbauen selbst beibringen. Ich glaube auch, man bekommt diese Gabe in die Wiege gelegt. Der eine weiß um sein Talent früher und manche, so wie ich, halt erst später. Jedoch ist es nie zu spät, etwas was in einem verborgen ist, anderen zu zeigen und es ihnen ebenfalls beizubringen. Ist man noch so geschickt und erfahren im Krippenbauen, lernt man bei jedem Kippenbaukurs Neues. Nur wenn man auch andere Ideen annimmt, wird man immer besser. Seit fast zehn Jahren leiten Sie zusammen mit Oswald Oberhofer den Krippenbaukurs in Tabland. Seit jeher erfreut sich der Kurs großer Beliebtheit, die Tablander Krippenbauer sind weitum bekannt. Was macht einen erfolgreichen Krippenbaukurs aus? Eine Kursteilnehmerin sagte einmal zu mir, „Rudi, ich danke dir, dass ich in meinem Alter bei dir eine Krippe bauen durfte; es war schon immer mein Wunsch und du hast ihn mir erfüllt. Ich werde in dieser Zeit immer an euch denken, wie schön es war bei euch Krippen zu bauen“. Das berührte mich sehr und ich wusste es ist wichtig, dass Menschen zusammenhalten. Nur dann kommen solche Werke zustande. Wie lange wird an den Krippen gebastelt? Wieviel Arbeit steckt dahinter? Der Krippenbaukurs beginnt bereits Mitte Oktober. Bei unseren Krippen steckt sehr viel Fleiß und Arbeit dahinter. Die ersten zwei Wochen treffen wir uns dreimal pro Woche, für rund sechs Stunden. Dann fast jeden Tag. Es ist schön, die Fortschritte zu sehen. Zu beobachten, wie alle an ihren kleinen Kunstwerken basteln. Was geschieht mit den fertigen Krippen? Die Krippen werden bei unserer Ausstellung im Tablander Wiedum gezeigt und gesegnet. Danach stehen sie bei den Bastlern daheim und bringen viel Freude in die Familien. So soll es sein. Ich möchte mich bei meiner Familie für die Unterstützung bedanken, und bei Ossi Oberhofer für seine wertvolle Hilfe und nicht zuletzt, bei allen Kursteilnehmern, die bei uns Krippenfreunden Tabland, in den vergangenen neun Jahren den Krippenbaukurs besucht haben – manche sogar öfter. Danke enk olle! INTERVIEW: MICHAEL ANDRES
Michael Andres
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