Im Bereich zwischen dem Gewerbegebiet und dem Ausgleichsbecken bzw. dem Kanal der Seledison soll der Golfplatz entstehen.

Mehrheit für Golfplatz

Publiziert in 34 / 2014 - Erschienen am 1. Oktober 2014
Positiver Grundsatzentscheid im Glurnser Gemeinderat Eine Abstimmung gab es zwar nicht, doch nach eingehender Diskussion stellte sich heraus, dass der Gemeinderat von Glurns mehrheitlich hinter der Errichtung eines Golfplatzes auf dem Gebiet der „Oberen Au“ steht. Die von den Promotoren ins Auge ­gefasste Fläche befindet sich zwischen dem Gewerbegebiet und dem Ausgleichsbecken der Seledison und umfasst ein ca. 9 ha großes Grundstück, das der Gemeinde gehört und von knapp einem ­Dutzend Viehbauern als Weidegrund genutzt wird. Auch angrenzende private Grundflächen sollen dazu kommen, um eine 9-Loch-Anlage errichten zu können. Der Gemeinderat war am 24. September aufgerufen, sich grundsätzlich für oder gegen die Bereitstellung, sprich Verpachtung, des Gemeindegrundes für den Golfplatz auszusprechen. Zählt man den entschuldigten Referenten Ignaz Niederholzer dazu, der ein Befürworter des Vorhabens ist, sprachen sich 9 von 15 Räten für einen Golfplatz aus. Die Argumente der Befürworter Neben dem Bürgermeister ­Erich Wallnöfer, seinem Stellvertreter Luis Frank und der Referentin Astrid Patscheider Prader brachten auch die Räte Albrecht ­Ebensperger, Armin Windegger, Anton Stecher, Martin ­Unterer und Doris Thialer Bayer Argumente aufs Tapet, wonach ein Golfplatz zu befürworten ist. Das Vorhaben sei eine einmalige ­Chance für Glurns und den ganzen Vinschgau; die Tourismusbranche würde eine qualitative Aufwertung erfahren, denn es würde eine neue Gästeschicht angesprochen; die Gemeinde würde im Anschluss an die Errichtung des Golfplatzes nicht mehr finanziell belastet; für die betroffenen Bauern seien zusätzlich zu einer Entschädigung (1.000 Euro pro ha) Alternativen ins Auge gefasst worden; wenn schon private Investoren bereit wären, Geld auszugeben, käme es einem Schildbürgerstreich gleich, sich eine derartige Möglichkeit entgehen zu lassen; die Viehwirtschaft sei im „Aussterben“ begriffen, sodass neue Perspektiven mehr denn je notwendig seien; der Golfplatz würde möglichst naturnah ­errichtet; nicht nur für Glurns, sondern für den gesamten Obervinschgau und darüber hinaus berge ein Golfplatz touristisches und gesamtwirtschaftliches Potential, das es auszuschöpfen gelte. Die Einwände der Gegner Kurt Warger, Referent für Landwirtschaft, die Rätinnen Rosa ­Pichler Prieth und Martha Tschenett sowie die drei Vertreter der Freiheitlichen, Martin Prieth, Armin Bertagnolli und Karl ­Sagmeister, warteten mit einer Reihe von Gegenargumenten auf. Warger meinte, dass er nicht grundsätzlich gegen einen Golfplatz sei, „aber der jetzt ins Auge gefasste Standort ist völlig falsch.“ Es würden Weiderechte beschnitten, „Alternativen für die Bauern gibt es nicht, es würde nur eine Entschädigung bleiben.“ Dass der Heimatpflegeverband beim Land beantragt hat, die „Obere Au“ als Biotop auszuweisen, sei erst vor wenigen Tagen bekannt geworden. Rosa Pichler Prieth und Martha Tschenett meinten, dass Golfen kein Massensport sei, dass das Interesse der Hotels und Betriebe von Glurns an einem Golfplatz nicht gerade berauschend sei, dass ein Konsens mit den Bauern fehle und dass man noch nicht abschätzen könne, welche Baulichkeiten entstehen würden und wie die Zufahrt geregelt wird. Auch die Vertreter der Freiheitlichen vermissten einen Konsens mit den Bauern. Armin Bertagnolli und Karl Sagmeister schlugen vor, die Bürger zwischen Biotop und Golfplatz entscheiden zu lassen. Diesem Vorschlag gegenüber zeigte sich der Bürgermeister sehr skeptisch. Mit Volksbefragungen seien letzthin in Südtirol nicht die besten Erfahrungen gemacht worden. Was Erich Wallnöfer ebenfalls ablehnt, ist eine Unterschutzstellung der „Oberen Au“ als Biotop. Für die Stadtverwaltung sei nach der Debatte im Rat klar, dass jetzt in Richtung Golfplatz weitergearbeitet werde. „9 zu 6 ist eine klare Mehrheit und ein Auftrag für die Verwaltung“, so Erich Wallnöfer. Kosten in Höhe von ca. 2 Millionen Euro Die Gesamtkosten für die Errichtung des Golfplatzes bezifferte Luis Frank dem der Vinschger gegenüber mit rund 2 Millionen Euro. Ca. 900.000 würden von privaten Investoren aufgebracht. Rund 400.000 Euro sollen von den Vinschger Gemeinden kommen und weitere Beiträge aus der Tourismusbranche sowie seitens der Raiffeisenkassen des Vinschgaus.
Josef Laner
Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.