Üben für den Ernstfall
Rabland - Um im Fall einer Naturkatastrophe mit einem Massenanfall von Verletzten (MANF) rasch, effizient und koordiniert eingreifen zu können, sind Gemeinschaftsübungen unerlässlich. An der großen MANF-Übung, die am 13. September auf Einladung des Weißen Kreuzes Naturns in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Rabland im Bereich des Unterlaufs des Schindlbachs in Rabland stattgefunden hat, nahmen insgesamt rund 200 Einsatzkräfte teil. Neben Freiwilligen des Weißen Kreuzes Naturns und umliegender WK-Sektionen waren auch zahlreiche Feuerwehrleute aus Rabland, Partschins und weiteren Orten beteiligt, sowie die Schnelleinsatzgruppe Schlanders, die Notfallseelsorge, die Drohnenstaffel, der Landesnotfalldienst des Südtiroler Sanitätsbetriebes, der Zivilschutz sowie der Bergrettungsdienst Meran. Die „verletzten“ Personen waren von Freiwilligen einer RUD-Gruppe (Realistische Unfalldarstellung) als Opfer geschminkt worden. Als Übungsszenario war ein extremes Unwetterereignis mit dem Überlaufen des Schindlbachs, mit Steinschlag, Murenabgang und starken Windstößen angenommen worden: Überschwemmung des Geländes und der Zufahrtsstraße, Absturz einer Materialseilbahn-Gondel in den Bach mit 6 Verletzten, Verkehrsunfall mit weiteren Verletzten – ein Fahrzeug war in das Bachbett geraten – sowie Arbeitsunfall, wobei ein Apfelpflücker auf einer Hebebühne von einem Stromschlag getroffen wurde. Die erfolgreich durchgeführte Großübung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Koordination und Abstimmung zwischen den Rettungsorganisationen ist. Zusammengelaufen sind alle Fäden in einer eigens vor Ort eingerichteten Notfallzentrale. Die Gondel war von der Meran 2000 Bergbahnen AG für die Übung zur Verfügung gestellt worden. Zumal es infolge des Klimawandels immer öfter zu extremen Wetterereignissen kommt, hatten die Rettungsorganisationen ganz bewusst eine Naturkatastrophe als Übungsszenario ausgewählt. Der Schindlbach hatte zuletzt im Jahr 1966 größere Schäden angerichtet. Vizebürgermeister Walter Laimer - er war von 2000 bis 2020 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Rabland – kann sich noch an diesen Murenabgang erinnern: „Ich war zwar erst 3 Jahre alt, aber das Bild, wie mein Vater mit einer Frau auf den Händen daherkam, ist mir bis heute im Kopf geblieben.“ Die Mure sei bis zum Standort der heutigen Apotheke abgegangen. Der Schindlbach wurde in den Jahren danach verbaut, was sich bei späteren Unwettern bewährt hat.
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