Vortrag im „avimundus“ – Alpenkrähe gesucht!
Schlanders - Seit 50 Jahren sammelt die Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz-Südtirol EO (AVK-Südtirol EO) Daten zur Verbreitung und zur Dichte der Vögel in Südtirol. Die AVK-Südtirol ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, dessen Mitglieder an der Vogelwelt und am Schutz der Vögel interessiert sind. Patrick Egger, der Präsident der AVK, sprach vergangene Woche im Besucherzentrum „avimundus“ in Schlanders über die Südtiroler Vogelwelt und gab Einblick in den Verein, der sich seit 1974 mit viel Energie und Leidenschaft um die Erfassung und den Schutz der Vogelwelt Südtirols kümmert. Die Datensammlung kann auf verschiedene Weise erfolgen: durch die Feldornithologie, die Vogelberingung und die Vogelbesenderung. Diese verfolgt den Weg der Vögel, ihre Strecke, die Flughöhe und die Flugzeit. Über der Sahara wurden Flughöhen von 6.000 bis 7.000 Metern gemessen, erzählte Patrick Egger. Was noch vor einigen Jahrzehnten durch Zufallsbeobachtungen erfasst wurde, kann heute durch die direkte Eingabe in die Datenbank digitaler Meldeplattformen unmittelbar im Feld mit dem Handy erledigt werden. Patrick Egger rief die anwesenden Hobbyornithologen und Vogelfreunde auf, ihre Beobachtungen zu dokumentieren und zu melden. Punktgenaue Eingaben aller Vogelarten können über die beiden Plattformen Ornitho und eBird gemacht werden, wobei eBird stark im Kommen ist, da weltweit Eingaben aller Vogel- und auch anderer Tierarten gemacht werden können.
Klimawandel beeinflusst auch die Vogelwelt
Die Vogelbestimmung, so Patrick Egger, hat sich im Lauf der Jahre stark verbessert. Zum einen gibt es sehr viel Fachliteratur und Internetseiten, auf die zurückgegriffen werden kann. Zum anderen sind die Optik und die digitale Vogelfotografie viel professioneller geworden. Auch in der Vogelwelt selbst hat sich in den vergangenen 50 Jahren vieles verändert. Einige Vogelarten sind Nutznießer des Klimawandels, andere die Opfer. Dank verschiedener Schutzmaßnahmen sind verschiedene große Vogelarten hinzugekommen; massiv abgenommen haben die kleinen Singvögel, bedauerte der Vogelexperte. Anhand beeindruckender Aufnahmen verschiedener Vogelarten beschrieb der Referent deren Habitat, Vorkommen, Zugrouten bzw. Brutplätze usw. Ein besonderes Augenmerk sollten die Vogelbeobachter auf die Alpenkrähe legen und die Sichtung im Dreiländereck unbedingt mit Fotos dokumentieren und melden. Dieser seltene Vogel hat einen roten Schnabel und rote Beine und könnte sich in einem Schwarm von Alpendohlen aufhalten. Zum Abschluss kündigte der Leiter von „avimundus“, Michael Lochmann, einen Vortrag von Saba Cretti in deutscher Sprache über den Bartgeier am 24. September um 19:30 Uhr an.