Was, wenn das Schule macht?

Publiziert in 24 / 2013 - Erschienen am 3. Juli 2013
Kastelbell/Goldrain - Windräder gegen Frostgefahr gab es schon vor gut 70 Jahren im Vinschgau. Dafür gibt es fotografische Beweise. Sie wurden von den alles verrauchenden Feuern mit Sägespänen in Eisenöfen und später von der Frostberegnung abgelöst und verdrängt. Im Zuge der häufigen Fröste in den frühen 90er-Jahre erinnerte man sich wieder an die „Luftvermischer“. Zuerst nur probeweise wurden sie von der Versuchsanstalt Laimburg aus den USA wieder eingeführt. 1999 gab es ein „Comeback“ auch im Vinschgau. In Kastelbell wirbelte ein Windrad wieder kalte und wärmere Luftschichten durcheinander. Damals protestierten die Anwohner gegen die Lärmbelästigung. Der Unmut legte sich, weil der Ventilator im Kastelbeller Ortsteil Marein kaum mehr zum Einsatz kam. Erst 2012 leistete er wieder wertvolle Dienste. Der katastrophale „Osterfrost“ konnte auf einer Fläche von 2 ha seine Wirkung nicht entfalten; ein größerer Ernteausfall wurde verhindert. Inzwischen war ein Exemplar auch in Tschanderle, Goldrain, aufgetaucht. Prompt gerieten die Windräder in den Fokus der Latscher Heimatpfleger. Nicht wegen der Landschaftsverschandelung, sondern aus Angst vor Nachahmer. Aufgefallen war auch der Genehmigungsweg: Dem Ja der Baukommission folgte das Nein der Landschaftsschutzkommission, das mit der Begründung, es handle sich um ein „landwirtschaftliches Versuchsobjekt“, wieder aufgehoben wurde. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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