„Brass Band Terra Raetica“
Musik ohne Grenzen zum letzten Mal?
Nauders - Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „Brass Band Terra Raetica“ ermöglicht Weiterbildung für Leistungsträger von Blasmusikvereinen. Am 18. Oktober findet in Nauders ein Konzert statt.
der Vinschger: Im Dreiländereck ist das Blasmusikwesen seit jeher im kulturellen Leben der Dörfer stark verankert. Die Musikschulen in den Regionen gewährleisten eine solide Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, was wiederum die musikalische Entwicklung der Vereinskapellen deutlich vorantreibt. Wie steht es mit den Möglichkeiten der Weiterbildung für erwachsene Musikanten und Leistungsträger in den Musikkapellen?
Roberto Donchi: Genau diese Lücke versuchen wir durch unser Projekt, zumindest im Bereich der Blechbläser, zu schließen. Die Weiterbildung von Vereinsmitgliedern und Leistungsträgern soll das Blasmusikwesen stärken, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern und den Austausch dieses Ehrenamtes in den drei Grenzregionen unterstützen. Beim Projekt „Brass Band Terra Raetica“ handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt im Kleinprojektefonds Terra Raetica, gefördert durch das Interreg Programm Italien/Schweiz. Es war als dreimalige Ausführung konzipiert; heuer ist der Abschluss des Projektes.
Was war das Ziel dieses grenzüberschreitenden Projektes und wer steht als Projektträger dahinter?
Das Projekt hat das Ziel, begeisterte, meist erwachsene Leistungsträger/innen (Registerleiter, Kapellmeister usw.) von Blasmusikvereinen aller drei Regionen weiterzubilden und die Freude am Musizieren zu fördern. Es wird ab jetzt intensiv gearbeitet, Tipps und Techniken werden weitergegeben und jedem wird die Möglichkeit geboten, sein Können zu entfalten. Das gewonnene Fachwissen über Probenmethodik und andere erworbenen Kompetenzen können von den Mitgliedern in ihre Blasmusikvereine transferiert werden. Die Projektergebnisse werden im Rahmen eines Konzertes am Sonntag, 18. Oktober um 18 Uhr im Veranstaltungszentrum VAZ in Nauders präsentiert. Projektträger ist die Musikkapelle Mals, vertreten durch Hannes Warger; Projektpartner im Nachbarland ist die Società da Musica Tschlin, vertreten durch Angelo Horber; die Projektleitung habe ich inne.
Das Projekt ist mit dem Konzert am 18. Oktober in Nauders beendet. Wie geht es weiter?
Es ist vorstellbar, dass nach diesen drei Jahren Start- und Aufbauhilfe durch die Terra Raetica die Brass Band eigenständig auf den Beinen stehen und mit Sponsoren, Gönnern und Eigenmitteln ein fixes Angebot des Dreiländerecks werden kann.
Wie viele Musikantinnen und Musikanten haben sich für das Projekt gemeldet und wer wird das Konzert dirigieren?
Vier Musikantinnen und 31 Musikanten aus 15 Musikvereinen des Dreiländerecks (Italien, Schweiz, Österreich) werden demnächst mit den Probenarbeiten beginnen. Sieben qualifizierte Registerleiter, welche aus der Brass Band Szene Vorarlberg kommen, werden den Dirigenten Benjamin Markl unterstützen. Benjamin Markl bringt viel Erfahrung im Bereich Brass Band mit und hat sich auch als Pädagoge einen sehr guten Namen gemacht. Ich hoffe, bei den Leserinnen und Lesern ein wenig Neugierde geweckt zu haben. Wir würden uns alle sehr freuen, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise voller abwechslungsreicher und anspruchsvoller Blechbläserklänge mitnehmen zu dürfen.