Dekan Christoph Wiesler weihte die neue Fahne mit Fähnrich Martin Wenter, Patin Maria Elisabeth Wenter und Träger Gabriel Gögele.
Ehrenobmann Hermann Wenter erklärte die Symbole des HPV Naturns-Plaus.
Die Heilige Familie von Oswald Krad auf der anderen Seite der zukünftigen Vereinsfahne.
Im Bild (v.l.): Georg Hörwarter, Franz Fliri, Florian Trojer, Florian Gufler, Karl Peer, Hermann Wenter, Maria Elisabeth Wenter, Martin Wenter (Fähnrich), Karl Peer, Gabriel Gögele, Heinrich Tappeiner und Benjamin Peer.

„Ein erhebender Augenblick“

Der Heimatpflegeverein Naturns-Plaus wird sichtbar.

Publiziert in 6 / 2026 - Erschienen am 24. März 2026

Naturns - Nicht nur Dekan Christoph Wiesler fand es erhebend, als die Fahnenabordnungen der Feuerwehren von Naturns, Tschirland und Tabland, die Abordnung des Weißen Kreuzes, der Pfadfinder, der Schützen, der Musikkapelle und eine Abordnung mit verhüllter Fahne einzogen und sich im Chorraum verteilten. Es sollen mehr als 20 Jahre vergangen sein, seit die letzte Fahnen-Weihe in Naturns stattgefunden habe. Der Einzug und der Ablauf der Festmesse wurden stimmig von einer Bläsergruppe der Musikkapelle Naturns unter Kapellmeister Hannes Schrötter begleitet. Einführende Worte sprach als Vorsitzender des Heimatpflegevereins (HPV) Heinrich Tappeiner: „Heute ist ein besonderer Tag in der Geschichte unseres Vereins. Mit der Segnung unserer neuen Fahne setzen wir ein sichtbares Zeichen, ein Zeichen der Gemeinschaft, der Tradition und der Verbundenheit. Sie begleitet uns bei feierlichen Anlässen, sie steht für Zusammenhalt in guten wie in schwierigen Zeiten und sie erinnert uns daran, dass wir Teil einer starken Gemeinschaft sind.“ Eine Fahne sei weit mehr als nur ein Zeichen nach außen hin. Sie sei ein Symbol unserer Werte, unserer Geschichte und unserer gemeinsamen Ziele. Sie begleite bei feierlichen Anlässen und sie erinnere daran, dass man Teil einer starken Gemeinschaft sei, meinte der Obmann.

Mehr als nur ein Zeichen

Tappeiner würdigte den Einsatz seiner Vorgänger und dankte Ehrenobmann Hermann Wenter, dessen Frau Maria Elisabeth als Fahnenpatin und dessen Sohn Martin als Fahnenträger. Dekan Wiesler betonte in seiner Predigt den Wert und die Kraft der Identifikation. Er hatte das Gespräch am Jakobsbrunnen zwischen Jesus und einer Samariterin als Evangelium gewählt, um zu beweisen, dass auch Feinde miteinander sprechen können, wenn sie sich nur über das verständigen, was sie gerade tun. Es folgten erklärende Worte von Ehrenobmann Herrmann Wenter über Sinn der Symbole und Bilder auf den Fahnenseiten. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der beiden Gemeinden Naturns und Plaus. Die Umrisse der Burg Dornsberg sollen auf das 650 Jahre währende Wirken der adeligen Annaberger hinweisen. Der Adlerschild der Taranten – die Vorgänger der Annaberger – wurde zum Wappen der Gemeinde Plaus, während die Gemeinde Naturns den gold-blauen Schild des Ministeraliengeschlechts der Herren von Hochnaturns gewählt hat. Mit besonderem Stolz erwähnte Hermann Wenter auf der anderen Fahnenseite die Darstellung der „Heiligen Familie“. Sie wurde dem Tschirlander Bildhauer Oswald Krad zugeschrieben. Für das 17. Jahrhundert – Krad starb 1681 – wirkt die Darstellung sehr bewegt und sehr modern.

Der HPV Naturns-Plaus geht voran

Die bewegende Zeremonie der Enthüllung und Entfaltung, das Besprengen der Fahne mit Weihwasser, das Anbringen des 1. Fahnenbandes durch die Fahnenpatin, das Verteilen der Bänder an die anderen Fahnen war der Abschluss der würdevollen Fahnenweihe in der Kirche. Am gemütlichen Teil auf dem Kirchplatz mit Häppchen und „Lorenzi-Wein“ – vom HPV produziert – nahmen auch Würden- und Amtsträger der Gemeinde teil wie Bürgermeister Zeno Christanell, sein Stellvertreter Michael Ganthaler, Raika-Obmann Wolfram Gapp, HPV-Bezirksobmann Georg Hörwarter und Altbürgermeister Walter Weiss. Die Gemeinde Plaus vertrat Heimatpfleger Ernst Gögele. Für den Landesverband waren Obfrau-Stellvertreter Franz Fliri und der Geschäftsführer Florian Trojer anwesend. Letzterer ergriff das Wort und machte auf die vergebliche Recherche nach einem Heimatpflegeverband mit Fahne aufmerksam. Umso größer sei die Ehre und auch Freude für ihn, nach dieser Fahnenweihe ein paar Grußworte sprechen zu können. Fahnen seien Zeichen und Symbole der Identität, so Trojer. Er warnte aber auch vor der Gefahr, Fahnen als Ausgrenzung zu sehen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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