Es waren Menschen
Und sie starben in fremder Erde.
Plaus - Für Heinrich Kainz war das Zerbersten eines angeschossenen, amerikanischen Bombers am „Melstal-Knott“ in der Gemeinde Plaus und Jahrzehnte später der Besuch der „größten Tötungsmaschine der Nationalsozialisten“ im polnischen Ausschwitz Birkenau zwei Schlüsselerlebnisse. „Gedenken“ und „Erinnerung“ wurden die Fäden für eine Dokumentation über jene, die nur mehr als Namen oder auch als Fotografie auf Marmorsteinen, Eisenkreuzen oder in den Todeslisten der Gefallenendenkmäler aufscheinen.
Über 200 Gefallenendenkmäler
Nach 80 Jahren Friede in Europa beabsichtigte Heinrich Kainz, sämtliche Gefallenendenkmäler in Südtirol, alle Soldatenfriedhöfe von den Freiheitskämpfen des Jahres 1809 bis zur europäischen Katastrophe 1945 fotografisch festzuhalten und zu beschreiben. Dazu musste sich der Rentner Kainz erst in die Kunstgeschichte vertiefen. Er stieß auf mehr als 200 Gefallenendenkmäler in den Friedhöfen und bewunderte den Frontkämpferverband, jetzt die Schützen und sogar die Feuerwehr, die dafür sorgen, dass diese Orte der Besinnung und Erinnerung kostbare Mahnmale bleiben. Seinen Forschungsbereich teilte Kainz in 13 Landesteile ein – darunter war auch Lavinallongo, das ehemalige Buchenstein - und staunte über den Blutzoll kleiner Gemeinden im 1. Weltkrieg am Beispiel Stilfs. In St. Martin im Kofel fand Kainz die einzige Gedenktafel mit kritischem Inhalt. Eine Gedenkkapelle in Bruneck wird von einem Damenkomitee betreut. Kainz las in Stegen über den Tod des 16-jährigen Standschützen Johann Robatscher und schüttelte den Kopf über die Geschichtsklitterei durch die Ossarien an Südtirols Grenzen.
Lebenswerk von Heinrich Kainz
Das Lebenswerk des Heinrich Kainz wurde von der Südtiroler Landesregierung (Amt für Kultur), von der Gemeinde Plaus, vom Südtiroler Kulturinstitut, der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Laurin Stiftung Liechtenstein und von der Pfarrei Plaus unterstützt. Für 272 Seiten im Festeinband und an die 600 Farbfotographien in hoher Qualität verlangt Autor Kainz einen Druckkostenbeitrag von 12 Euro. Er ist bereit, sein Werk persönlich vorzustellen (Anfragen:
heinrich.kainz@rolmail.net).