Fotografie als Raum der Begegnung
Schlanders - Um die Identität zwischenmenschlicher Beziehungen aus der Sicht der Foto-Künstlerin Anie Maki und des Foto-Künstlers Jacopo Noera geht es bei der Ausstellung Don’t shoot, come in!, die derzeit im Schaufenster der BASIS in der Schlanderser Fußgängerzone zu sehen ist. „Einmal im Jahr gibt es das ‚Schaufenster curated‘, wo eine Kuratorin zu einer Ausstellung einlädt“, erklärte die BASIS-Vorsitzende Katrin Gruber bei der Vernissage am Samstag, 11. April. Als Kuratorin fungiert Samira Mosca. Zu sehen sind verschiedene Fotos der beiden jungen Kunstschaffenden. „Fotografie kann ein Akt des geteilten Vertrauens sein, ein Ort, an dem Identität und Beziehung untrennbare Dimensionen einer einzigen Geste der Offenbarung und des Schutzes des Anderen sind – und nur so auch des Selbst“, so Mosca über die Ausstellung. Anie Maki heißt eigentlich Anna Michelotti und ist 1998 in Bozen geboren und aufgewachsen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen die Themen Familie, Fürsorge und Erinnerung. Sie nutzt dabei Archive, um die menschlichen Beziehungen aus psychologischer Sicht zu betrachten. 2024 hat sie ihr erstes Fotobuch Marinella veröffentlicht. Der 25-jährige Jacopo Noera hingegen arbeitet in Modena und Mailand. Er konnte bei der Vernissage in Schlanders nicht selbst anwesend sein. In den Arbeiten der beiden Kunstschaffenden wird der Fotoapparat nicht wie eine Waffe verwendet, um etwas festzuhalten, sondern als Instrument, um Anwesenheit zu vermitteln und mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten. Man sei es gewohnt, jederzeit schnell ein Foto knipsen zu können. Die künstlerische Arbeit von Anie Maki und Noera beruht hingegen auf Langsamkeit, Gegenseitigkeit und Fürsorge. Die Fotografie wird zu einem Akt der Ko-Kreation, zu einem gemeinsamen Raum, in dem die Fotografin bzw. der Fotograf der abgebildeten Person begegnet und sich jeder selbst im anderen erkennt. Sich selbst zu erkennen, so schlagen Anie Maki und Noera vor, bedeute vor allem, die Person vor sich anzuerkennen. Die Ausstellung ist noch bis 28. Mai jeweils donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr zugänglich.
Der Eintritt ist frei.