Karl Heinz Steiner

Karl Heinz Steiner: „Unmögliches wird möglich“

Publiziert in 2 / 2006 - Erschienen am 25. Januar 2006
Das ist eine der Lebenserfahrungen von Karl Heinz Steiner aus Reschen: „Unmögliches wird möglich“. Er ist 43 Jahre alt, hat viele Ideen und versucht sie auch, sofort schrittweise umzusetzen. Er erzählt über seinen beruflichen Werdegang und über Krisenzeiten. Was ihn dabei auszeichnet, ist seine ruhige überlegte Art. Jedes Wort sitzt, es geht ein roter Faden durch die Geschichte, es sind dies seine Lebenserfahrungen, wie er sie nennt. Unmögliches wird möglich, was meint Karl Heinz Steiner damit? „Ich habe eine Idee und denke sofort an deren Umsetzung“, sagt er. Meist hat diese aber mit Hürden zu tun, denn die Ideen des gelernten Kochs und architekturbegeisterten Mannes sind bekanntlich außergewöhnlich. „Ich bin aber immer überzeugt von dem, was ich vorhabe, dann verschwinden die Hürden allmählich, und die Idee nimmt konkrete Formen an“, erklärt er. Ein großes Projekt war etwa die Inszenierung an der Staumauer des Reschensees im vergangenen Sommer. „Ich konnte dort vorher nichts probieren“, sagt Steiner. Demnach konnte nicht alles klappen. Es sei aber eine große Herausforderung für ihn gewesen eine kritische Situation sofort zu meistern. „Auf einmal stimmte einfach nichts mehr zusammen, die Musik passte nicht mehr zum Dargestellten usw.“, berichtet er. Da seien seine Mitarbeiter zu ihm gekommen, ratlos, was zu tun war. Sie arbeiteten freiwillig mit. Überhaupt schätzt Karl Heinz Steiner seine Mitarbeiter sehr, ganz egal, wo und in welcher Form sie gerade mitwirken. „Im letzten Moment ändere ich noch etwas am Programm, dann müssen sie sich auch umstellen“, das sei nicht einfach, er wisse es. Umso mehr freut er sich, dass die Mitarbeiter sofort mitspielen. Karl Heinz Steiner hat nach der Volksschule in Reschen die Mittelschule im Johanneum in Dorf Tirol besucht. „Ich sollte sogar Pfarrer werden“, sagt er. Dann war er ein Jahr lang in der Handelsschule in Mals, wo es ihm sehr gut gefiel. Die Eltern hatten aber anderes vor mit ihm, weil sie zu Hause ein Garni betrieben. „Ich sollte die Hotelfachschule in Meran besuchen, was ich dann auch getan habe“, erzählt er. Er habe in jener Zeit viel gefehlt, die Schule machte ihm keinen Spaß, er blieb aber dabei bis er irgendwann doch etwas entdeckte, wo er seine Kreativität einsetzen konnte, beim Kochen. „So hat meine Kochkarriere begonnen“, fährt er fort. Diese sollte ihn in die besten *****-Sterne Hotels und Restaurants Europas führen, nach St. Moritz, Pontresina, Hamburg und London. Er machte sehr gute Erfahrungen und war unter der „Creme de la creme“. In London arbeitete er von morgens bis nachts in der Küche im Keller jenes super-Hauses. „Ich habe drei Monate nichts von London gesehen“. Da fiel ihm auf, dass er nun an der Spitze der Kochkarriere angelangt war. „Da kehrte ich zurück nach Südtirol, stand da, nach einigen Jahren Ausland und wusste nicht wohin“, berichtet er. Er steckte in einer Krise, liebe Leute standen ihm zur Seite. Architektur hatte ihn immer schon fasziniert. Wie sollte er aber in dieses Ambiente kommen, als Koch? Bis er einen Tipp bekam, beim Architekten Werner Tscholl in Morter vorzusprechen. „Ja, und er hat mich genommen. Ich konnte einfach einmal zuschauen und selbst kleine Modelle bauen“, erzählt er. Fünf Jahre war er bei ihm: Er hat präzises und beinhartes Arbeiten gelernt. Das machte ihm nichts aus, denn beinhart war das Kochen in jenen Häusern auch gewesen. Die Geduld und die Ausdauer haben Karl Heinz Steiner bis heute nicht verlassen. Einmal habe man ihm gesagt, er solle seine Spontaneität noch mehr zum Ausdruck bringen. Da sollte bald die Gelegenheit dazu kommen. Einer der ersten Handwerkerbälle im Tal sollte in Glurns organisiert werden. „Ich wurde nach einer Idee gefragt“, sagt Steiner. Dies sollte ein anderer Ball werden, das wusste er gleich. So inszenierte er vor rund zehn Jahren ein Stehbüffet. Jahre danach folgte der Umbau des Raffl-Kellers in Meran. „Das war mein erster Auftrag , den ich alleine durchgeführt habe“. Die Aufträge mehrten sich, der Name Karl Heinz Steiner wurde geläufiger, er plante und ließ bauen . Eine weitere Lebenserfahrung, die er sich ab dieser Zeit zu eigen machte ist: „Nichts mehr auf später verschieben, nein, ich nehme die Herausforderung an.“ Die jüngste Herausforderung war der Bau der Skihütte im Skigebiet Schöneben, gänzlich aus Holz mit alten Möbeln im Innern und einer Glasfassade in Richtung Skipiste. „Sie passt gut hinein, sie ähnelt einer Schneeraupe“. Überrascht hat Karl Heinz Steiner auch seine Verena. Er plante die Inneneinrichtung ihrer Wohnung in Mals. „Sie sah sie zum ersten Mal, als alles schon fertig war“, sagt er und lächelt. Dort wohnen sie nun; Karl Heinz Steiner, Verena und ihr süßes fast zweijähriges Geschenk, Sohn Simon.
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla

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