Allgemeinmedizin: Neuer Vertrag stärkt Praxen und Versorgung
Höhere Vergütungen, mehr Unterstützung für Praxispersonal und neue Angebote – Landesregierung genehmigt Landeszusatzvertrag und verbessert die Rahmenbedingungen für die Allgemeinmedizin
- Die Landesregierung hat am 16. Oktober den neuen Landeszusatzvertrag für die Allgemeinmedizin genehmigt und grünes Licht für die endgültige Unterzeichnung gegeben. Damit werden die Rahmenbedingungen für Südtirols Hausärztinnen und Hausärzte verbessert. "Der Vertrag bringt zusätzliche Vergütungen und mehr Unterstützung für das Praxispersonal und ist somit eine Investition in die Allgemeinmedizin. Wir wollen die Hausärztinnen und Hausärzte in ihrer Arbeit stärken und gleichzeitig die Versorgung für die Menschen weiterentwickeln", sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner.
Mehr Vergütungen und Unterstützung
Zu den Neuerungen gehört eine höhere Vergütung für Dienste in den Gemeinschaftshäusern. Ärztinnen und Ärzte erhalten dafür in Südtirol künftig 55 Euro pro Stunde statt den im gesamtstaatlichen Vertrag vorgesehenen 38 Euro. Nachts und sonntags steigt der Stundensatz auf 60 Euro. An Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern kommen nochmal 15 Euro pro Stunde hinzu. Bei den 32 Leistungen mit besonderem Aufwand wurden Leistungen ergänzt, vor allem diagnostische Leistungen. Arztpraxen werden stärker beim Personal unterstützt: Für Sekretariatskräfte steigt der Beitrag von 3,50 auf 8 Euro je eingeschriebenem Patienten und Jahr. Für Krankenpflegepersonal sind künftig 5 Euro je Patient und Jahr vorgesehen. Zusätzliche Vergütungen gibt es auch für bestimmte Leistungen, etwa für die Betreuung chronisch Kranker, Prävention für junge Menschen, Bescheinigungen und die Mitarbeit an strategischen Projekten, z.B. zur digitalen Innovation.
Für alle Vertragsmaßnahmen stehen jährlich mehr als 8 Millionen Euro bereit. Davon profitieren die 297 in Südtirol tätigen Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin (Stand: 30. Juni 2026). Bereits mit einem ersten Teilvertrag im Sommer 2025 waren 1,5 Millionen Euro vorgesehen worden.
Hausarztpraxis und Gemeinschaftshaus arbeiten Hand in Hand
Hausarztpraxis und Gemeinschaftshaus sollen künftig stärker zusammenspielen. DieGemeinschaftshäuser ergänzen das bestehende Angebot und bringen verschiedene Gesundheitsberufe für eine koordinierte Betreuung zusammen. "Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Zusammenspiel. Wir stärken die Hausarztpraxen und schaffen zusätzliche Angebote für eine wohnortnahe, koordinierte und multiprofessionelle Versorgung", betont Messner.
Endgültige Unterzeichnung und Veröffentlichung
Der Landeszusatzvertrag ist das Ergebnis langer Verhandlungen zwischen Land und Vertretungen der Hausärztinnen und Hausärzte und ergänzt den gesamtstaatlichen Kollektivvertrag, der die Rahmenbedingungen vorgibt.
Nachdem die öffentliche Verhandlungsdelegation den Landeszusatzvertrag endgültig unterzeichnet hat, wird er im Amtsblatt der Region Trentino-Südtirol veröffentlicht. Die Bestimmungen werden ab dem ersten Tag des Monats angewandt, der auf den Monat der Veröffentlichung folgt.
LPA/red/san