Bauernjugend-Ratscher: Junge Menschen gestalten die Zukunft von Landwirtschaft und Gemeinden mit
Unter dem Motto „Junge Menschen. Gemeinsam Landwirtschaft bewegen“ veranstaltete die Südtiroler Bauernjugend am Donnerstagabend, 29. Oktober, erstmals den Bauernjugend-Ratscher in der Kellerei Schreckbichl. Über 100 Ortsleiterinnen und Ortsobmänner, Funktionäre, junge Gemeinderäte sowie weitere Persönlichkeiten aus Landwirtschaft und Politik kamen zusammen, um sich auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam über die Zukunft der Landw
- Nach dem Eintreffen und einem gemeinsamen Aperitif eröffneten Landesobmann Raffael Peer und Landesleiterin-Stellvertreterin Eva Götsch den Abend. Dabei stand vor allem eines im Mittelpunkt: der Dank an all jene, die sich tagtäglich ehrenamtlich auf Orts-, Bezirks- und Landesebene engagieren.
In seiner Ansprache machte Landesobmann Raffael Peer deutlich, wie viel Zeit und Einsatz hinter der Arbeit in der Bauernjugend stecken. Allein auf Ortsebene kommen bei einem durchschnittlichen Funktionär rund 70 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Jahr zusammen. Das entspricht etwa zwei vollen Arbeitswochen, die unbezahlt und in der Freizeit für die Gemeinschaft geleistet werden. Mit den Worten „Wer selbst brennt, kann andere entzünden!“ unterstrich er, wie wichtig engagierte Menschen für eine starke Bauernjugend und eine lebendige Landwirtschaft sind. Gleichzeitig ermutigte er die Anwesenden, sich auch künftig einzubringen und Verantwortung auf Bezirks- und Landesebene zu übernehmen.
Junge Menschen, die etwas bewegen
Wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und ihr Umfeld aktiv mitgestalten können, zeigten die beiden Best-Practice-Beispiele von Stefanie Goldner, Vizebürgermeisterin der Gemeinde Kurtatsch, und Thomas Kaserer, Gemeindereferent aus Martell. Beide berichteten von ihrem persönlichen Weg ins Ehrenamt und in die Gemeindepolitik und gaben Einblicke in ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Beweggründe.
Dabei wurde deutlich, dass der Einstieg in eine verantwortungsvolle Funktion nicht immer einfach ist. Zweifel, Vorurteile aufgrund des jungen Alters, Kritik und der zeitliche Aufwand gehören ebenso dazu wie die vielen positiven Erfahrungen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Beide machten deutlich, dass man nicht von Anfang an alles wissen oder perfekt können muss. Vielmehr gehe es darum, den Mut zu haben, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und aktiv mitzugestalten.
Ihre gemeinsame Botschaft an die jungen Funktionärinnen und Funktionäre: Man muss nicht darauf warten, bis der richtige Zeitpunkt kommt. Engagement beginnt damit, selbst aktiv zu werden. Denn vieles lernt man erst unterwegs – und gemeinsam kann man im eigenen Dorf und in der Gemeinde einiges bewegen.
Warum braucht es junge Menschen in Verantwortung?
Mit seiner Rede knüpfte Landesrat Luis Walcher an die bisherigen Beiträge an und brachte dabei auch seine eigenen Erfahrungen ein. Er erzählte, dass auch sein persönlicher Weg bereits in jungen Jahren bei der Bauernjugend begonnen hatte, wo er erste Erfahrungen sammeln und wichtige Einblicke gewinnen konnte. Von dort führte ihn sein Weg über weitere Funktionen in der Gemeindepolitik und als Stadtrat schließlich in die Landespolitik. Dabei unterstrich er, wie prägend das frühe Engagement für seinen persönlichen und politischen Werdegang gewesen sei.
Anhand seiner Erfahrungen zeigte er auf, wie wichtig es ist, jungen Menschen Möglichkeiten zu geben, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv einzubringen. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft brauche es engagierte junge Menschen, die bereit sind, ihre Ideen einzubringen, Entscheidungen mitzugestalten und die Zukunft aktiv mitzuprägen.
Austausch, Gemeinschaft und regionale Produkte
Auch das Rahmenprogramm stand ganz im Zeichen der heimischen Landwirtschaft. Bei einem Vier-Gänge-Menü aus Südtiroler Produkten wurde die Vielfalt und Qualität der heimischen Landwirtschaft in den Mittelpunkt gestellt. Begleitet wurde das Essen von einem Pub-Quiz, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen und ihren Teamgeist unter Beweis stellen konnten.
Zum Abschluss bedankten sich Landesobmann Raffael Peer und Landesleiterin-Stellvertreterin Eva Götsch bei allen Anwesenden für ihren Einsatz und ihr Engagement. Der Dank gilt auch der Kellerei Schreckbichl für die Unterstützung.
Der Bauernjugend-Ratscher zeigte einmal mehr, wie wertvoll der Austausch zwischen jungen Menschen aus Landwirtschaft, Politik und Gemeinde ist. Ob in der Bauernjugend, in einem Verein, in der Gemeinde oder in der Politik: Es braucht Menschen, die ihre Ideen einbringen, Chancen ergreifen und bereit sind, etwas zu bewegen. Denn wer sich engagiert, kann die Zukunft aktiv mitgestalten.
Südtiroler Bauernjugend