Einheimische und Fremde: Wie sollen wir mit Neobiota umgehen?
Sie kommen oft auf leisen Sohlen daher, suchen sich ihre Nischen in der Landschaft, breiten sich langsam oder zügig oder gar rasant aus. Die Rede ist von invasiven Neobiota, von gebietsfremden Pflanzen und Tieren, die in Europa und auch in Südtirol zunehmend auftreten und Probleme verursachen.
- Das druckfrische Naturschutzblatt des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz stellt das Thema „Neobiota - gebietsfremde Pflanzen und Tiere” in den Mittelpunkt der Herbstausgabe. „Wir wollen informieren und sensibilisieren und die Wichtigkeit dieser neuartigen Herausforderung betonen”, erklärt Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbandes die Initiative.
In Fachkreisen ist das Phänomen nicht neu, Fachleute beschäftigen sich bereits seit Jahren mit den gebietsfremden Pflanzen und Tieren. Viele stammen aus Nordamerika, wurden irgendwann in den letzten Jahrzehnten bewusst oder unbewusst nach Europa gebracht und haben sich hier ihren Weg gebahnt. Nicht selten zum Nachteil der heimischen Pflanzen- und Tierarten und manchmal auch zum Nachteil unserer Gesundheit.
Innerhalb der Landesverwaltung gibt es seit einigen Jahren die Plattform „Neobiota”, welche von Helga Salchegger vom Versuchszentrum Laimburg koordiniert wird. Mit dabei sind Expert:innen von Naturmuseum Südtirol, Abteilung Forstdienst, Abteilung Landwirtschaft, Amt für Wildtiermanagement, Pflanzenschutzdienst, Umweltagentur, Agentur für Bevölkerungsschutz und Landesamt für Natur. „Ziele dieser Plattform sind es, innerhalb der Landesverwaltung den Informationsaustausch zu garantieren, den Entscheidungsträgern fundierte Grundlagen zu liefern und den gesetzlich geregelten Monitoring- und Meldepflichten nachzukommen”, beschreibt Helga Salchegger die Aufgaben.
Direktbetroffene wissen ein Lied davon zu singen: Die Kanadische Goldrute breitet sich in Futterwiesen aus, Robinie und Götterbaum wachsen aus allen Ritzen, das Drüsige Springkraut überwuchert die Bachufer und der Amerikanische Sumpfkrebs bedroht den Dohlenkrebs als einzige einheimische Art.
Im ganzen Lande gibt es verantwortungsvolle Umweltgruppen mit beherzten Freiwilligen, die mit Ausreißaktionen versuchen, die Ausbreitung der gebietsfremden Pflanzen einzudämmen. Bei diesen Gruppen will sich die Plattform mit dem aktuellen Naturschutzblatt bedanken und den Ehrenamtlichen einen fachlichen Leitfaden zur Hand geben.
Dachverband für Natur- und Umweltschutz KDS