Gemeinsam gegen Bettwanzen: Alpenvereine klären auf

Regionenübergreifend starten die Alpenvereine Südtirols, Österreichs und Deutschlands eine Informationsoffensive zum Umgang mit Bettwanzen auf Alpenvereinshütten. Ziel ist es, Gäste besser aufzuklären und aktiv in die Prävention einzubeziehen. In jeglichem Beherbergungsbetrieb im Tal und am Berg können Bettwanzen vorkommen. Daher gilt: Keine Tabus, denn wer Bescheid weiß, kann sich effizent schützen.

- Pünktlich zu Beginn der Hüttensaison in den Alpen starten der AVS, der ÖAV und der DAV eine gemeinsame Informationskampagne. Bettwanzen kommen grundsätzlich weltweit vor – in Berghütten ebenso wie in Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie werden meist unbemerkt über Gepäck und Kleidung eingeschleppt. „Mit mangelnder Hygiene hat ihr Auftreten nichts zu tun“, unterstreicht Martin Knapp, Leiter des AVS-Referats für Hütten. Die zunehmende Mobilität und der globale Warenverkehr begünstigen die Verbreitung dieser Parasiten zusätzlich. Gleichzeitig haben Bettwanzen im Laufe der Jahrzehnte Resistenzen gegen viele früher wirksame chemische Bekämpfungsmittel entwickelt. Auch auf Alpenvereinshütten ist das Thema präsent. Im Durchschnitt sind jährlich 5 Prozent der Hütten betroffen. Schutzhütten bieten aufgrund ihrer Bauweise besonders gute Bedingungen für Bettwanzen: Holz, verwinkelte Räume und schwer zugängliche Bereiche schaffen ideale Rückzugsorte. 

Umfassende Maßnahmen auf Alpenvereins-Hütten 

Auf den Hütten der Alpenvereine greift ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen – von akuter Bekämpfung bis zur langfristigen Prävention. Bei Sanierungen wird die Prävention von Bettwanzen mit bedacht, beispielsweise durch Schaffen von möglichst glatten Oberflächen. Bei bestehender Bausubstanz sind regelmäßige Kontrollen empfohlen – besonders auf Hütten entlang von Mehrtagestouren. Fundamental ist aber die Information der Alpinist:innen, welche in den Hütten übernachten. Nur wenn alle wissen, was ein Befall mit Bettwanzen bedeutet.

Bettwanzen: „Schwarzfahrer“ von Hütte zu Hütte

Die neue Informationskampagne „Gemeinsam gegen Bettwanzen“ setzt gezielt bei den Gästen an: Jeder kann dazu beitragen, eine Verbreitung zu verhindern.  Bettwanzen verbreiten sich nicht aktiv – sie „reisen“ im Gepäck, etwa in Rucksäcken, Schlafsäcken oder Kleidung. Gerade in Gemeinschaftsunterkünften wie Hütten kann sich ein Befall schnell ausbreiten.  „Wer aufmerksam ist und einfache Regeln beachtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Gäste und die Hütten“, betont Robert Kolbitsch, DAV-Ressortleiter Hütten und Wege.

Konkrete Verhaltensregeln für Gäste

Alpenübergreifend haben die Alpenvereine einige Tipps für Wanderer:innen ausgearbeitet, welche einfach umzusetzen sind, aber Wirkung zeigen (Flyer des Club Arc Alpin (CAA) und weitere Infos hier https://alpenverein.it/rueckkehr-der-bettwanze/). Nur wenn alle Verantwortung übernehmen, gibt es nach dem Bergerlebnis keine unerwünschten zappelnde Souvenirs.

Dazu gehört, Rucksäcke nicht auf Betten oder in deren Nähe zu lagern. Ideal ist ein gut verschließbarer Müllsack, ein BugBag, ein Drybag oder Vakuumbeutel im Rucksack; das Gepäck sollte auf Stühlen gelagert oder an Haken gehängt werden. Auf der Hütte kann der Rucksack darin während des Aufenthalts verschlossen werden. Manche Hütten bieten auch eine Erhitzung des Hüttenschlafsacks in der Mikrowelle bei Ankunft an – Hitze tötet die Bettwanzen. Wer dennoch feststellt, dass sein Gepäck mit Bettwanzen befallen ist, sollte das umgehend bei der Hütte bzw. dem zuständigen Alpenverein melden, damit die nötigen Maßnahmen ergriffen werden können und das Phänomen eingedämmt werden kann. Daheim sollten im Sinne der Prävention, vor allem aber bei Befall, Kleidung und Hüttenschlafsack bei mindestens 40 Grad gewaschen werden; was nicht waschbar ist, kann entweder bei -18 Grad für drei Tage einfrieren oder im Backofen bei mindestens 55 Grad eine Stunde lang erhitzen.

Keine Gesundheitsgefahr

Trotz des Themas besteht kein Grund zur Panik: Bettwanzen übertragen keine Krankheiten. Ihre Stiche sind unangenehm, aber gesundheitlich unbedenklich und klingen meist innerhalb von etwa zehn Tagen ab. Kühlende Gele oder juckreizstillende Cremes können die Beschwerden lindern.

Alpenverein Südtirol

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