Nach einem Jahr Protest: Südtirols Schule braucht jetzt eine Lösung
Nach mehr als einem Schuljahr der Protestmaßnahmen sagt die Allianz für Familie klar: Viele Anliegen der Lehrpersonen teilen und unterstützen wir.
- Die Protestform, Lehrausgänge, Lehrfahrten und die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen auszusetzen, muss jetzt jedoch beendet werden. Die berechtigten Forderungen müssen unabhängig davon weiterverhandelt werden. Kinder und Jugendliche dürfen nicht in ein weiteres Schuljahr mit eingeschränkten Bildungsangeboten starten.
Als Allianz für Familie unterscheiden wir klar zwischen Inhalt und Methode: Angemessene Entlohnung, Inflationsanpassung, die Vergütung von Lehrfahrten, Versicherungsschutz oder ausreichende Ressourcen für Integration sind berechtigte Anliegen. Sie gehören auf den Verhandlungstisch und müssen mit Weitsicht in tragfähige vertragliche Regelungen überführt werden.
Berechtigte Forderungen brauchen Gehör – Protestformen aber auch Verhältnismäßigkeit. Nach mehr als einem Schuljahr ist diese Grenze erreicht. Die fortgesetzte Einschränkung zentraler Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche muss deshalb ein Ende finden.
Schule hat sich verändert – die Rahmenbedingungen müssen folgen
Lehrausgänge, Lehrfahrten, außerschulische Lernorte und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachpersonen sind längst wichtige Bestandteile schulischer Bildung. Externe Angebote sind dabei weit mehr als eine Zugabe. Zum Beispiel bringt das Forum Prävention spezialisiertes Wissen zu Suchtprävention, Essstörungen, Medienkompetenz sowie Gewalt- und Mobbingprävention in die Schulen und stärkt junge Menschen in ihrer psychosozialen Entwicklung. Theaterpädagogische Angebote und weitere Initiativen der Jugendarbeit fördern soziale Kompetenzen, Life Skills und das Miteinander in den Klassen.
Damit diese Form zeitgemäßer Bildung verlässlich stattfinden kann, braucht es klare arbeitsrechtliche, finanzielle und versicherungstechnische Regelungen. Diese müssen der heutigen Realität von Schule Rechnung tragen und dürfen nicht von Schuljahr zu Schuljahr neu zum Konflikt werden.
Weiterverhandeln – Protestform beenden
Die Allianz für Familie erwartet von den zuständigen Verhandlungspartnern, die offenen Fragen ernsthaft und mit der notwendigen Weitsicht weiterzuverhandeln und tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Die Dauer dieser Verhandlungen darf jedoch nicht darüber entscheiden, wie lange Kinder und Jugendliche auf wichtige Bildungsangebote verzichten müssen. Nach mehr als einem Schuljahr muss diese Form des Protests beendet werden.
Zukunftsfähige Bildung braucht den Dialog zwischen Lehrpersonen, Eltern, Fachwelt und Politik. Als Allianz für Familie mit 17 Mitgliedsorganisationen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sind wir bereit, diesen Dialog aktiv mitzugestalten. Unsere Forderung ist deshalb klar: Weiterverhandeln und nachhaltige Lösungen schaffen – aber Lehrausgänge, Lehrfahrten und die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen und kompetenten außerschulischen Anbietern jetzt wieder ermöglichen.
Forum Prävention