Neue Betrugsmasche mit falschen Polizisten und Banküberweisungen, Sechsstellige Verluste sind leider keine Ausnahme, VZS: keine voreiligen Handlungen, wenn Geld im Spiel ist
In den letzten Monaten haben sich mehrere Personen bei der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) gemeldet, die Opfer einer neuen Betrugsmasche geworden sind. In vielen dieser Fälle beginnt der Kontakt mit einer SMS, in der angeblich verdächtige Transaktionen mit der Kreditkarte oder dem Bankkonto gemeldet werden.
- Kurz darauf werden die Betroffenen telefonisch kontaktiert. Zunächst meldet sich eine Person, die sich als Mitarbeiter der Kreditkartenfirma oder der Bank ausgibt. Anschließend wird das Gespräch an eine weitere Person weitergeleitet, die sich als Polizist oder Carabiniere vorstellt. Dieser erklärt den Betroffenen, dass in ihrer Bank ein Mitarbeiter unter Beobachtung stehe, da er in Betrugsfälle verwickelt sei. Um das Geld angeblich zu sichern, wird den Betroffenen geraten, ihr Guthaben auf ein „sicheres Konto“ zu überweisen. Die entsprechenden Kontodaten werden häufig per E-Mail übermittelt. Diese E-Mails wirken täuschend echt und erwecken den Eindruck, von der Polizei zu stammen. Den Betroffenen wird erklärt, dass sie durch ihr Verhalten eine polizeiliche Ermittlung unterstützen würden. Gleichzeitig werden sie aufgefordert, persönlich zu einer Bankfiliale zu gehen und dort eine Überweisung vorzunehmen. Der vermeintliche Polizist nennt dem Betroffenen eine angeblich „sichere“ IBAN sowie einen bestimmten Betreff, den er dem Schalterbeamten mitteilen sollte. Die Überweisung sollte als Sofortüberweisung durchgeführt werden. Während des gesamten Zahlungsvorgangs bleibt der Täter am Telefon, um den Betroffenen im Glauben zu lassen, er sei Teil einer polizeilichen Ermittlung. Am Ende des Gesprächs wird der Betroffene verabschiedet und es wird ihm mitgeteilt, dass er sich am nächsten Tag bei der Polizeistation melden und nach einem bestimmten Kommandanten fragen solle. Als der Betroffene am darauffolgenden Tag bei der Polizeistation erscheint, wird ihm mitgeteilt, dass es sich um einen Betrug handelt. Die bei der VZS gemeldeten Schadenssummen reichen von einigen tausend Euro bis zu über 100.000 Euro. Häufig sind ältere Menschen betroffen, jedoch nicht ausschließlich. Die Verbraucherzentrale Südtirol warnt daher eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Weder Polizei noch Banken fordern Bürgerinnen und Bürger telefonisch dazu auf, Geld auf andere Konten zu überweisen, um es angeblich „in Sicherheit zu bringen“. Gleichzeitig appelliert die Verbraucherzentrale auch an die Banken, ihr Schalterpersonal entsprechend zu sensibilisieren. Wenn Kundinnen und Kunden ungewöhnliche oder nicht ihrer normalen Geschäftsgebarung entsprechende Überweisungen tätigen möchten, sollte das Bankpersonal besonders aufmerksam nachfragen und Unterstützung anbieten. Durch eine kurze Nachfrage oder einen Hinweis auf mögliche Betrugsversuche könnten in vielen Fällen solche Schäden verhindert werden. „Wie bei so vielen Betrugsversuchen gilt auch hier: wer nichts tut, ist vor dem Betrug gefeit. Erst durch das Aktiv-Werden der Betroffenen kann der Betrug über die Bühne gehen“ fasst VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer zusammen. „Nehmen Sie sich – trotz allen Drucks, der da aufgebaut wird – die Zeit, kurz kritisch nachzudenken. Dann fällt das Ganze wie ein Kartenhaus in sich zusammen, und Ihr Geld bleibt sicher.“
Verbraucherzentrale Südtirol