Silvius Magnago

Ein Denk- und Mahnmal

- Die Präsidentin der Silvius Magnago Stiftung, Martha Stocker, geht in einer Stellungnahme auf Aussagen von Roland Land, Obmann des SHB ein demzufolge Silvius Magnago gerade den politischen Häftlingen gegenüber versagt habe. Dabei bleibt klar, dass natürlich politische Meinungen jedem unbenommen sind. Silvius Magnago stand, dies ist zweifelsfrei, für den Weg des verbrieften Rechts auf Grundlage des Pariser Vertrages, unterzeichnet von Österreich und Italien, den auch international niemand bestreiten konnte.
Klar zurückweisen muss die Historikerin allerdings die Silvius Magnago unterstellte Gefühlskälte gegenüber den politischen Häftlingen, für sie ist diese Aussage eine Anmaßung, die durch andere Einzelbeispiele widerlegt werden könnte wie anderes auch. Aber darum geht es nicht.
Es geht darum, dass ein wirklicher politischer Statist sich auch dadurch auszeichnet, dass er weiß, was er in politischer Verantwortung zu tun hat und diesbezüglich gibt es genügend historisch belegte Beweise. Wichtig erscheint ihr in diesem Zusammenhang erstens daran zu erinnern, dass Sepp Kerschbaumer und Silvius Magnago es waren, die z.B. beim Mailänder Sprengstoffprozess imstande waren darzulegen, dass eigentlich Italien, ob der versäumten Umsetzung des Pariser Vertrages, auf der Anklagebank sitzen müsste, etwas, was zumindest in der öffentlichen Meinung Auswirkungen hatte.
Magnago hat auch lange zu all dem geschwiegen, was er noch alles für die Häftlinge getan hat. Erst als 1969 auf der Paket-Landesversammlung ähnliche Angriffe wie jetzt erhoben wurden, hat er sein Schweigen gebrochen und dieses Stellungnahme mit den berühmten Worten eingeleitet: „Jetzt pack ich einmal aus und ich muss auspacken…“ Und es folgte nun hintereinander das, was ihn Disziplin, Diskretion bisher verboten hatten zu sagen: Mit einem umstrittenen Auftritt hatte er erreicht, dass 12 der Verurteilten vom Mailänder Sprengstoffprozess nicht wieder, aufgrund eines negativ ausgegangenen Berufungsverfahrens, in das Gefängnis zurückmussten. Dann ging er auf die Verurteilten, v.a. Mühlener, im Bologna-Prozess ein, die die höchsten Strafen bekommen hatten und weit weg in Gefängnissen saßen und wo es ihm, und nicht den Anwälten, gelungen war zu erreichen, dass sie näher Richtung Heimat versetzt und schließlich im November 1971 freikamen. Und er konnte auch darauf verweisen, dass inzwischen auch der letzte vom Mailänder Prozess, der Jörg Pircher, zurückgekommen war und dass er versichern könne, dass auch der letzte der Pfunderer noch vor Weihnachten zurückkomme. Und mit welchem Einsatz er dies alles betrieben hat, ist offiziell dokumentiert und auch die Leidenschaft, mit welcher er sich eingesetzt hat.
Soweit einige nachprüfbarer Fakten, denen nur anzufügen wäre, dass die Aussage, dass die Diskussion zum Paket „Sternstunden der Demokratie waren“ von seinen Gegnern stammt.

Martha Stocker

Zum Newsarchiv

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.