Trockenheit bedroht Südtirols Landwirtschaft: Landtag soll langfristige Wasserversorgung sichern
Der Sommer 2026 hat es in sich: Die anhaltende Trockenheit stellt die Südtiroler Landwirtschaft vor eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahre. Besonders die Grünlandwirtschaft und die Viehhaltung leiden bereits unter massiven Ertragseinbußen.
- Mit einem Beschlussantrag zum Nachtragshaushalt hat der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher die Landesregierung aufgefordert, rasch Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Situation sowie zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung zu erarbeiten.
Bereits beim ersten Grasschnitt mussten zahlreiche Betriebe Ertragsverluste von bis zu 60 bis 80 Prozent hinnehmen. Gleichzeitig sinken die Futterqualität und die Milchleistung, während die Kosten für den Zukauf von Heu und Silage deutlich steigen. Da auch weite Teile Italiens und Europas von der anhaltenden Trockenheit betroffen sind, wird die Beschaffung von Futtermitteln zunehmend schwieriger und teurer. Lochers findet klare Worte dazu: „Die aktuelle Trockenperiode zeigt deutlich, dass Wasser zur entscheidenden Zukunftsfrage für die Landwirtschaft geworden ist. Besonders unsere Berglandwirtschaft stößt zunehmend an ihre Grenzen. Deshalb braucht es neben kurzfristiger Unterstützung vor allem langfristige Strategien für eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung.“
Die seit dem Frühjahr anhaltende Trockenperiode mit deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen und überdurchschnittlich hohen Temperaturen belastet nicht nur die Landwirtschaft, sondern zunehmend auch die Wasserversorgung und sensible Ökosysteme. Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu ergiebigen Niederschlägen kommen, ist mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu rechnen. Der Antrag Lochers sieht deshalb vor, dass die Landesregierung die Auswirkungen der Trockenheit landesweit laufend beobachtet und bewertet sowie konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen ausarbeitet: „Dies ist notwendig, damit man eine zuverlässige Grundlage für eine Bewertung der Trockenschäden hat. Langfristig wird es ohne Investitionen in die Wasserversorgung nicht gehen, es gilt deshalb Möglichkeiten zur nachhaltigen Speicherung und Nutzung von Wasser sowie geeignete Standorte für Speicherbecken für die Grünland-, Obst- und Weinwirtschaft zu finden.“
Darüber hinaus fordert Locher regionale Wassermanagementpläne, um Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Tourismus und Wasserkraft frühzeitig zu erkennen und ausgewogen zu lösen. Gleichzeitig sollen im Landeshaushalt die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden, um die erforderlichen Maßnahmen schrittweise umzusetzen. „Die zunehmende Häufung von Trockenperioden ist eine Folge des sich verändernden Klimas und wird die Landwirtschaft auch in Zukunft begleiten. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und unsere bäuerlichen Familienbetriebe in der Berglandwirtschaft und auch im Obst- und Weinbau zu erhalten, müssen wir heute die richtigen Weichen stellen. Es braucht ein koordiniertes Gesamtkonzept, das kurzfristige Hilfen mit langfristigen Investitionen verbindet und den sorgsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser sicherstellt.“
SVP - Südtiroler Volkspartei