Unsichtbare Krankheit im Fokus: Hilfe für Frauen mit Endometriose
Anlässlich des Weltendometriosetages am 28. März rückt der Südtiroler Sanitätsbetrieb eine Erkrankung in den Fokus, die viele Frauen betrifft, aber oft lange unerkannt bleibt.
- Bei Endometriose siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an. Dies kann zu starken Unterleibsschmerzen, Zyklusstörungen und in manchen Fällen zu unerfülltem Kinderwunsch führen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität, den Alltag und das psychische Wohlbefinden sind für viele Betroffene erheblich. Im Südtiroler Sanitätsbetrieb wird Endometriose seit Jahren intensiv diagnostisch und therapeutisch behandelt. Betroffene Frauen können an jeder gynäkologischen Abteilung der öffentlichen Krankenhäuser eine Erstvisite vereinbaren. Am Krankenhaus Bozen besteht außerdem eine Spezialambulanz für Endometriose. In der Betreuung von Endometriose kommt ein multidisziplinärer Ansatz zum Einsatz, der Gynäkologie, Schmerztherapie, Chirurgie und psychologische Unterstützung von der Diagnose bis zur Nachsorge miteinander verbindet, um eine individuell abgestimmte Versorgung zu gewährleisten. „Konkret bedeutet das, dass beispielsweise im Krankenhaus Bozen unsere 4 spezialisierten Ärztinnen und Ärzte jährlich rund 700 Patientinnen medikamentös behandeln – mit individuell angepassten hormonellen Therapien, Schmerztherapien und komplementärmedizinischen Ansätzen. Hinzu kommen rund 200 chirurgische Eingriffe, die nach den neuesten Techniken durchgeführt werden“, erklärt Dr. Martin Steinkasserer, Primar der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Bozen.
Neben der medizinischen Versorgung engagieren sich die Fachärztinnen und Fachärzte im Südtiroler Sanitätsbetrieb auch aktiv in der Aufklärungsarbeit. Sie beteiligen sich an Veranstaltungen der Selbsthilfegruppe „Endometriose Südtirol – noi con voi“ und organisieren regelmäßig Tagungen und Fortbildungen, um das Bewusstsein für die Erkrankung weiter zu stärken und aktuelle medizinische Erkenntnisse zu teilen. Parallel dazu wird der Betreuungspfad für Endometriose kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, allen Patientinnen einen strukturierten und koordinierten Zugang zu Diagnose und Therapie zu bieten. Primar Dr. Steinkasserer betont: „Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, die eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung erfordert. Das Ziel aller Gynäkologinnen und Gynäkologen im Südtiroler Sanitätsbetrieb ist es, die Lebensqualität der betroffenen Frauen nachhaltig zu verbessern.“
Sabes/SF