Verletzte oder scheinbar verwaiste Wildtiere: Wann helfen? Und wie?
Landesamt für Wildtiermanagement startet in Zusammenarbeit mit Südtiroler Jagdverband Kampagne "Wildtier SOS – Wann helfen, wann nicht?"
- Wer ein verletztes, krankes oder scheinbar verwaistes Wildtier findet, will helfen. Doch nicht immer ist ein Eingreifen gut für das Tier. Wann also soll geholfen werden? Und wie? Das Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesabteilung Forstdienst und derSüdtiroler Jagdverband haben dazu gemeinsam die Kampagne "Wildtier SOS – Wann helfen, wann nicht?" ausgearbeitet. "Vor allem junge Tiere lösen bei uns Menschen einen Beschützerinstinkt aus, doch gesunde Jungtiere brauchen in den seltensten Fällen Hilfe", unterstreicht Landesforstdirektor Günther Unterthiner.
"Mit dieser Kampagne schaffen wir Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wildtieren", betont Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: "Wir wollen vermitteln, dass Wissen der beste Schutz ist – für die Tiere und für die Menschen."
"Es ist ganz natürlich, dass Rehkitze, Rotwildkälber und Junghasen über Stunden allein bleiben, bis die Mutter wieder zum Säugen zurückkommt - solange Menschen in der Nähe sind, wird sie aber daran gehindert", unterstreicht Landesjägermeister Günther Rabensteiner.
Dominik Trenkwalder vom Landesamt für Wildtiermanagement benennt auch die rechtliche Seite: "Wildtiere dürfen nicht ohne Genehmigung privat gehalten oder gepflegt werden. Kranke oder verletzte Tiere dürfen aber in Sicherheit gebracht und an ein Pflegezentrum übergeben werden." Er erinnert auch daran, dass alle Personen, die ein Wildtier aufnehmen, die Verantwortung dafür sowie die anfallenden Kosten tragen.
Tipps zum richtigen Umgang mit hilfsbedürftigen Vögeln und SäugetierenWer bei einer Wanderung oder in seinem Garten ein Tier entdeckt, das vermutlich Hilfe braucht, sollte Abstand halten und die Lage zunächst einmal beobachten. Hunde- und Katzenhalter sollten darauf achten, ihr Haustier fernzuhalten. Bei gesunden Vogeljungen reicht es schon, diese zurück ins Nest oder ins schützende Geäst zu setzen. Rehkitze, Junghasen und Rotwildkälber hingegen sollten nicht berührt werden. Ist das Wildtier verletzt, krank oder mit großer Wahrscheinlichkeit verwaist, sollte ein Pflegezentrum oder der Notruf 112 kontaktiert werden. Zum Transport eignet sich am besten eine Box mit Luftlöchern, und um sich selbst vor Verletzungen oder Krankheit zu schützen, sind Handschuhe oder ein Tuch angeraten.
In Südtirol gibt es zwei Einrichtungen, die mit der Wildtierpflege betraut sind: dasPflegezentrum für Vogelfauna Schloss Tirol und das Pflegezentrum für Vögel und kleine Wildsäugetiere Centro Recupero Avifauna Bolzano CRAB in Bozen. Bei Autounfällen mit Wildtieren ist immer die Einheitliche Notrufnummer 112 zu kontaktieren. Diese verständigt den zuständigen Jagdaufseher. Seine Hilfe ist auch gefragt, wenn sich Wildtiere in Zäunen verfangen.
Die Kampagne "Wildtier SOS – Wann helfen, wann nicht?" gibt Tipps zum richtigen Umgang mit hilfsbedürftigen Vögeln und Säugetieren, darunter auch Igel und Fledermäuse. Die Infohefte und Poster werden in den Forststationen und Forstinspektoraten,Naturparkhäusern und Infostellen, in Nationalparkhäusern, beim Landesamt für Natur, beim Landesamt für Wildtiermanagement, im Naturmuseum Südtirol, beim Südtiroler Jagdverband, beim Pflegezentrum für die Vogelwelt und kleine Wildsäugetiere in SüdtirolCRAB, im Pflegezentrum für Vogelfauna Schloss Tirol, beim betrieblichen tierärztlichen Dienst sowie in Kleintierarztpraxen, bei der Quästur und den Carabinieri aufgelegt.
Weitere Informationen gibt's auf der Website des Jagdverbandes: jagdverband.it/wildtier-sos/
Zusatzinformationen zu diesem Thema sind auf dem Newsportal zu finden. https://news.provinz.bz.it/de/news/verletzte-oder-scheinbar-verwaiste-wildtiere-wann-helfen-und-wie#newsAddonContentsContainer
LPA/mac