Top: Toni Steiner (links) und Andreas Kristandl.
Über Stock und Stein.
Ein echtes Team.

2 Vinschger und ihre Alpenüberquerung 

Andreas Kristandl und Toni Steiner ließen aufhorchen.  

Publiziert in 31-32 / 2021 - Erschienen am 29. September 2021

Prad - 8 Tage, 3 Länder, 2 Läufer - und ein großer Traum: Die Alpenüberquerung. So schnell wie möglich. Von Etappe zu Etappe. Als Team. Diesen Traum lebten die beiden Vinschger Andreas Kristandl und Toni Steiner. Und das überaus erfolgreich. Die rund 240 Kilometer und fast 15.000 Höhenmeter, die diesmal anstanden, bewältigten sie in 30.36.06 Stunden und erreichten das Ziel, idealerweise daheim in Prad am Stilfserjoch als Sieger ihrer Kategorie Master Men. Dabei waren sie um mehr als eine Stunde schneller als die Zweiten in ihrer Kategorie, Sven Erhardt und Kai Reissinger. In der Gesamtwertung reichte es für den 6. Platz. Hierbei ging der Sieg an die Schweizer Martin Lustenberger und Ramon Manetsch in 25.35 Stunden. Dass das Etappenfinale in Prad über die Bühne ging, war natürlich ein weiteres Highlight. Zahlreiche Freunde und Bekannte der beiden Vinschger waren vor Ort. Der Tourismusverein unter der Leitung von Direktor Peter Pfeifer sorgte mit Unterstützung lokaler Vereine für einen reibungslosen Ablauf. Die Sektion Eishockey des ASV Prad Raiffeisen stellte die Countrystadt Sacramento City zur Verfügung, dessen Gelände an jenem Freitag, 10. September, für die Veranstaltung genutzt werden konnte. 

So wurden sie zum Erfolgsduo 

Viel Schulterklopfen, viel Anerkennung und lobende Worte gab es in Prad für Kristandl und Steiner. Mit dem der Vinschger blicken die 2 heimischen Protagonisten dieses Etappenrennens auf ihre Erlebnisse zurück. Kristandl, Jahrgang 1989, aus Lichtenberg bei Prad am Stilfserjoch, hat mit dem Laufsport, insbesondere Berg- und Trailläufen vor einigen Jahren begonnen. Ohnehin ist er wohl das, was man einen Vollblutsportler nennen kann. Ob mit dem Mountainbike oder im Winter auf Tourenskiern, der Lichtenberger ist auf den Strecken und bei den Wettkämpfen im ganzen Land immer wieder anzutreffen. Genauso wie Toni Steiner, Jahrgang 1965. Er ist sowieso einer der bekanntesten Vinschger Sportler im Amateurbereich. Immer wieder holt der Laaser Siege und Triumphe, ob zu Fuß oder eben auch im Winter auf Tourenskiern. Dass diese 2 ein Erfolgsduo bilden können, ein Team, das sich optimal ergänzt, wurde bei der heurigen Transalp schnell klar. Ihnen selbst und den Gegnern. Gleich nach der ersten Etappe vom österreichischen Hirschberg nach Lech am Arlberg lagen sie als Team Stilfserjoch Marathon auf Rang 2. Die 2. Etappe von Lech nach St. Anton am Arlberg entschieden sie für sich. Die Führung übernahmen sie bei Etappe 3, die nach Galtür führe. Diese Führung verteidigten sie nicht nur bis ins schweizerische Klosters-Serneus, sondern überhaupt gaben die Vinschger Platz 1 nicht mehr her. Schwierige Anstiege, starke Gegner, verschiedene Wetterbedingungen und vieles mehr: Sie stellten sich den Herausforderungen die dieser Lauf mit sich brachte souverän.  

„Die schönste Woche meines Lebens“

„Das war die schönste Woche meines Lebens“, freute sich Kristandl. Eine Woche leben wie ein Profi-Sportler, das war für ihn ein Traum. „Es gibt in dieser Woche nichts anderes, nur das Laufen zählt“, betont er. Als Team haben er und Steiner sich optimale ergänzt. „Wir kannten uns ja bereits und haben schon viele Freizeitaktivitäten zusammen gemacht, dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass man so gut zusammen funktioniert“, so Kristandl. Kein Wunder: „Toni ist ein alter Fuchs im Sport und hat dem jungen Hupfer so einiges beigebracht“. Der Sieg bedeute ihnen freilich viel. Steiner selbst hat bereits sieben Mal beim Transalpin Run mitgemacht, und scheiterte mehrmals knapp. Dreimal holte er Platz 2. „Dieses Mal zu gewinnen ist einfach ein tolles Erlebnis“, freut sich auch Steiner. Zudem sei es etwas Besonderes, als sechstbestes Team überhaupt im Ziel einzulaufen. „Als Neuling bereits den Kategoriensieg zu holen, das hätte ich nie erwartet“, blickt Kristandl zurück. Für ihn sei die größte Herausforderung der Umgang mit der eigenen Nervosität gewesen. „Zudem war der Druck mit einem erfahrenen Partner wie Toni, der schon einige Podestplätze holen konnte, schon recht hoch“, so der Lichtenberger. 

Als Team zusammenwachsen 

Als Vorbereitung habe man im Sommer einige Wettkämpfe absolviert, um die „Lauf-Routine zu bekommen“. In den letzten Wochen vor der Transalp habe man einige gemeinsame Laufrunden absolviert, um als Team zusammenzuwachsen. Für Steiner steht eventuell ab 8. Oktober noch der 3-Tages-Wettkampf Tour de Tirol auf dem Programm. Kristandl wolle nun fürs erste „die Berge genießen“, dort noch einige gemütliche Touren absolvieren und vielleicht beim ein oder anderen kleineren Berglauf mitmischen. Dann beginnt für beide die Vorbereitung für die Skitouren-Saison. Und auch dann wollen die 2 Vollblutsportler wieder zahlreiche Wettkämpfe bestreiten – und sich noch viele sportliche Träume erfüllen. So wie beim legendären Transalpine Run.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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