Anlauf zum Berglauf: (v.r.) für Armin Gögele, Alessandro Lopriore, Thomas Niederegger, Roland Osele (31), Luisa Daubermann (55) und Stefan Tschurtschentaler (71)
Die Bikerin Luisa Daubermann auf ungewohnten Pfaden.
Für Thomas Niederegger war es ein siegreicher Sonntagsausflug nach St. Martin im Kofel.

Es geht wieder aufwärts

Zwischen Augsburg in Bayern und Chiaromonte in der Basilicata liegt St. Martin

Publiziert in 20 / 2022 - Erschienen am 8. November 2022

Latsch/St. Martin - Die 31. Ausgabe des Berglaufs nach St. Martin fand mehr Zuspruch als üblich und bekam überraschend einen internationalen „Tatsch“. Internet sei Dank war die geographische Reichweite beachtlich. Eine Teilnehmerin aus Augsburg und ein Läufer des Vereins Correre Pollino aus der Basilicata bildeten die beiden Pole. Luisa Daubermann, die bayerische Schwäbin, wollte ihren Trainingsalltag im Vinschger Oberland unterbrechen und gönnte sich 5 Tage vor ihrem 20. Geburtstag eine spezielle Trainingseinheit. Sie, die Trainingseinheit, reichte von Latsch auf 639 m ü.d.Meer nach 6.200 Laufmetern bis auf 1.740 m ü.d.M. im Wallfahrtsort St. Martin im Kofel. Dass die zierliche Luisa als Tagessiegerin einlaufen würde, war nicht programmiert. „Es war hart, aber schön“ war ihr erster Kommentar. Die junge Dame ist am 4. November 2002 geboren, steht im Dienst der Bundeswehr und hat 2020 international als Junioren-Vizeweltmeisterin im Cross Country für Aufsehen gesorgt. Sie hat in Graun im Vinschgau so etwas wie ihre Wahlheimat gefunden und lässt sich gern auch „Botschafterin der Ferienregion Reschenpass“ rufen. Als Bikerin wird sie vom „Trek Vaude Montainbike Team“ ausgerüstet. Hinter Daubermann sind noch Tania Plaikner aus dem Eisacktal und Anna Lena Hofer aus Dorf Tirol unter einer Stunde geblieben. Die treue St. Martin-Kämpferin Edeltraud Thaler, Jg. 1966 aus Lana, kam als 4. nach 1 Stunde und 35 Sekunden ins Ziel. Beste Vinschgerin wurde Heidi Pfeifer aus Naturns in 1:06.04 als 6. Von den 50 gemeldeten Herren schafften es 20, in weniger als einer Stunde den „Sunnaberg“ hinter sich zu bringen. Die Art und Weise, wie der Stilfser Thomas Niederegger locker an den vielen Zaungästen vorbeigetrabt ist, war beeindruckend. Auch er meinte „Die Strecke ist schwierig, aber schön. Für mich war es nach 4 Wettkämpfen der Saisonabschluss“, erklärte der Rekordhalter des „Sammortener-Laufs“, der nach 48:05.14 das Ziel erreichte. Die Plätze 2 und 3 gingen an den Meraner Armin Gögele und an Tarcisio Linardi vom Idro-See, Brescia. Die Preise für Streckenrekorde musste der ASV Latsch Raiffeisen unter Präsident Werner Kiem nicht vergeben. Sieger Niederegger war von seiner Bestleistung des Jahres 2014 mit 43:14.18 fast 5 Minuten entfernt. Der Frauenrekord von Petra Pircher aus Laas mit 58:04.46 besteht seit dem 7. Oktober 2018 und wurde von Luisa Daubermann um 50 Sekunden verpasst. Pircher hat den Berglauf 2022 als Zuschauerin erlebt. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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