Schiedsrichternachwuchs im Vinschgau gesucht
Hans Messmer über die Leistungen der jungen Schiedsrichter und über Fairplay im Fußball.
Vinschgau - Ständig auf der Suche nach jungen Schiris ist VSS-Schiedsrichterobmann Hans Messmer. Gleich 14 Jugendliche, darunter zwei Mädchen, ließen sich in den vergangenen Jahren zum Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin ausbilden, heuer sind es zehn! der Vinschger hat sich mit Hans Messmer über die Leistungen der jungen Schiedsrichter aber auch über Fairplay im Fußball unterhalten:
der Vinschger: Das gibt es wohl nirgendwo sonst im Land, dass sich so viele Jugendliche zum Schiedsrichter bzw. zur Schiedsrichterin ausbilden lassen. Dennoch sind Sie ständig auf der Suche? Warum ist eine Ausbildung unerlässlich?
Hans Messmer: Ich bin ständig auf der Suche, weil wir alten Schiris immer älter werden (lacht). Es gilt, in der Saison 800 Spiele zu pfeifen, hinzu kommen die Finalspiele, da braucht es schon viele von uns. Eine Ausbildung ist deshalb unerlässlich, weil die Jugendlichen in den Kursen die Regeln und das richtige Auftreten erlernen. Dasselbe gilt für die Fußballtrainer, denn eine gute Jugendarbeit hängt mit einer guten Trainerausbildung zusammen.
Die jungen Schiris haben bereits mehrere Finalspiele und Ausscheidungsspiele gepfiffen. Stehen ihnen erfahrene Kollegen zur Seite?
Ja, die jungen Schiris pfeifen Finalspiele und Ausscheidungsspiele im ganzen Land, letzthin in St. Lorenzen, in Nals und Kaltern. Je nachdem, wie sie es brauchen, stehen ihnen zwei bis drei Jahre bei jedem Spiel erfahrene Schiris zur Seite. Wir lassen sie nicht allein. Im Herbst bieten wir wieder einen Schiedsrichterkurs an, Anmeldung unter Tel. 339 21 00 258.
Sie persönlich können auf eine lange Laufbahn als Schiedsrichter und Funktionär im VSS zurückblicken. Ist Ihre Energie noch immer ungebrochen?
Ich bin seit nunmehr 40 Jahren mit Begeisterung Schiedsrichter, seit zehn Jahren der Schiedsrichter-Obmann im Vinschgau und seit fünf Jahren Obmannstell-Vertreter im Verband Südtiroler Sportvereine VSS. Es macht mir immer noch großen Spaß, mit Jugendlichen zu arbeiten und ich spüre Verantwortung für sie. Ein Schiedsrichter ist ein Richter, der Entscheidungen treffen muss.
Das Fairplay-Verhalten auf dem Fußballplatz und auch außerhalb lässt manchmal zu wünschen übrig. Wie erleben Sie das und was würden Sie sich von Trainern, Eltern und dem Publikum wünschen?
Viele wollen es nicht wahrhaben, aber gerade Trainer und das Publikum haben einen entscheidenden Einfluss auf das Fairplay-Verhalten der Spielerinnen und Spieler und übernehmen damit eine wesentliche Rolle für ein respektvolles Miteinander auf dem Platz. Wenn ein Vater oder Opa ständig ins Feld brüllt, beeinflussen sie damit die ganze Mannschaft, nicht nur den einen Spieler. Man darf nicht vergessen, es schreien der Trainer, der Linienrichter, die Eltern und das Publikum. Da soll sich einer noch auskennen. Wenn die Profis Fairplay leben, machen es die Jungen nach; wenn die Profis nicht fair spielen, übernehmen das die Kinder ebenfalls. Besonders bei Schwalben sind die Profi-Fußballer oft schlechte Vorbilder.