250 Jahre Vallierteck
Ort des Glaubens und der Wunder.
Reschen - „Möge die Geschichte dieses kleinen, lokalen, wertvollen Wallfahrtsortes weitergehen. Durch euch, durch euren Glauben, euer Vertrauen und eure Hoffnung“, unterstrich Bischof Ivo Muser beim Festgottesdienst zu 250 Jahren Vallierteck in der Pfarrkirche von Reschen. Die Jubiläumsfeier der kleinen Kapelle musste aufgrund des regnerischen Wetters in der Pfarrkirche zelebriert werden: Eigentlich war eine feierliche Prozession mit dem Gnadenbild der Muttergottes hin nach Vallierteck geplant gewesen, die schlechte Witterung an jenem Freitag, 29. August, verhinderte dies jedoch. Am Sonntag vor der Jubiläumsfeier war das Marienbild – ebenfalls im Rahmen einer Prozession – zur Pfarrkirche gebracht worden. Hubert Schöpf, der Präsident des Pfarrgemeinderates von Reschen, erinnerte an die Geschichte von Vallierteck: „Vor 250 Jahren fuhr ein Heuwagen, auf dem zwei Kinder saßen, von Rojen nach Reschen. Der Wagen stürzte mit den Kindern und den Zugtieren in die Valliertschlucht, der Bauer gelobte, sollte er seine Kinder lebend finden, wolle er an dieser Stelle eine Kapelle errichten. Wie ein Wunder hat er die Kinder samt den Zugtieren unverletzt gefunden, und somit wurde an dieser Stelle eine kleine Kapelle, ein Bildstöckl, errichtet. Die heutige Kapelle wurde dann im Jahre 1886 erbaut und im Jahr 1989 renoviert.“ Ein zweites Wunder habe sich dann am 20. August 1991 zugetragen. „In unmittelbarer Nähe der Kapelle kam ein Traktor samt Ladewagen vom Feld, das sich oberhalb der Valliertschlucht befindet, in Gang und fuhr durch den Wald gegen diese Schlucht. Im Traktor befand sich ein dreieinhalbjähriges Mädchen, das wiederum unversehrt geborgen werden konnte“, so Schöpf. Heute gelte es Maria zu danken und zu bitten, unterstrich Schöpf.
„Vor so einem schlichten Gnadenbild“
„Was macht Eindruck vor so einem schlichten Gnadenbild. Vor dem Bild der Mutter?“, sagte Bischof Muser im Rahmen der Messe. Es gebe wohl keine andere Frau in der gesamten Menschheitsgeschichte, die so oft angerufen, so oft besungen wurde. „Und die Tag für Tag heute noch millionenfach angerufen wird“, so Muser. In seiner Predigt ging er weiters auf den Wert des Betens ein: „Beten heißt reden mit Gott. Menschen, die nicht mehr miteinander reden, haben sich nichts mehr zu sagen. Liebende Menschen reden miteinander.“ Das Gebet in all seinen Formen sei der unmittelbarste Ausdruck des Glaubens. „Das Gebet ist wie die Wirbelsäule eines gläubigen Menschen“, betonte der Bischof. „Unser Gott ist kein strafender Gott, kein rächender. Er will letztendlich nur unser Heil.“
„Gott will nur unser Heil"
Unterstützt wurde der Bischof bei seiner Messe von seinem Privatsekretär Pfarrer Michael Horrer, dem Malser Dekan Stefan Hainz sowie den Pfarrern Werner Mair, Konrad Gasser, P. Peter Perkmann, P. John, Anton Pfeifer und Diakon Peppi Leone. Der Kirchenchor und die Musikkapelle Reschen sorgten für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten. In der Turnhalle der Grundschule von Reschen gleich neben der Pfarrkirche fand noch ein Umtrunk statt, organisiert von der Ortsgruppe Reschen der Südtiroler Bäuerinnen, den „Rescher Bairinnen“. Dekan Stefan Hainz bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Jubiläumsfeier beigetragen haben.