Mit dem abgesaugten Deponiegas wird in zwei Gasmotoren, die sich in der angrenzenden Kläranlage (Bildmitte) befinden, Strom erzeugt. Im Kreis links ist die erweiterte Wertstoffhalle zu sehen, rechts die 10 Meter hohe Müllumladestation.
Andreas Tappeiner, Hansjörg Dietrich, Guido Osthoff und Roland Thöni (v.l.) vor den neuen Gebrauchtkleider-Containern.
Auf dem begrünten Deponiekörper weiden regelmäßig Schafe.
Neben Karton und Papier (im Bild) werden auch Plastikflaschen und Tetra Pak gepresst und in Ballen geschnürt.

Abfall-Drehscheibe

Ab sofort auch Gebrauchtkleider-Sammlung in Glurns

Publiziert in 38 / 2019 - Erschienen am 5. November 2019

Glurns - Das Abfallwirtschaftszentrum Glurns ist nicht nur der zentrale Umschlagplatz für Wertstoffe und Restmüll aus dem gesamten Bezirk, sondern fungiert zugleich auch als Recyclinghof für Private und Betriebe. Außerdem beherbergt er die Müllumladestation, von der aus der Vinschger Restmüll zur Verbrennung nach Bozen transportiert wird. Als neuester Dienst wurde am 30. Oktober die Gebrauchtkleider-Sammlung vorgestellt. „Es freut uns als Caritas sehr, dass nun auch hier im zentralen Abfallwirtschaftszentrum in Glurns eigene Container zur Einsammlung von Gebrauchtkleidern aufgestellt werden konnten“, sagte der zuständige Caritas-Bereichsleiter Guido Osthoff. Die Gebrauchtkleider-Sammlung sei ökologisch und sozial sinnvoll. Den Erlös aus dem Weiterverkauf der Gebrauchtkleider setzt die Caritas für die Freiwilligenarbeit, die Hospizbewegung, die Schuldnerberatung und für den Solidaritätsfonds für Menschen in Not ein.

Fast 8 Millionen Euro investiert

Um ein modernes, logistisch und organisatorisch gut durchdachtes, kundenfreundliches und den teils besonderen Anforderungen des Vinschgaus entsprechendes Abfallwirtschaftszentrum zu schaffen, sind in den vergangenen Jahren insgesamt fast 8 Millionen Euro investiert worden. Wie der Leiter der Umweltdienste der Bezirksgemeinschaft, Hansjörg Dietrich, und der Bezirkspräsident Andreas Tappeiner ausführten, konnten mehrere größere Projekte abgeschlossen werden. Die Sanierung der Abfalldeponie Söles ebenso wie der Bau der Müllumladestation und die Erweiterung der Wertstoffhalle. Eine Gasfackel für die Entsorgung des Deponiegases wird noch errichtet. Die Menge der getrennten Sammlung von Abfällen im Vinschgau im Jahr 2018 belief sich auf 14.250.770 Kilogramm. 40% waren Restmüll, 60% wurden der Wiederverwertung zugeführt. „Als ich 1995 Umweltreferent in Laas war, war dieses Verhältnis in etwa umgekehrt“, erinnerte sich Tappeiner. Das zeige, dass in der Abfallbewirtschaftung im Vinschgau große Fortschritte erzielt worden seien. Maßgeblich mitgeprägt und mitgestaltet habe diese positive Entwicklung Hansjörg Dietrich. Dieser erinnerte daran, dass die Umweltdienste in den 13 Mitgliedsgemeinden verschiedenste Sammeldienste koordinieren (Restmüll, Wertstoffe, Biomüll, gefährliche Hausabfälle, Speiseöle und Speisefette). Im einigen Gebieten im Obervinschgau sei die Biomüllsammlung noch auf die Beine zu stellen. 

Von Sperrmüll bis Tierkadaver

Von Montag bis Freitag von jeweils 8 bis 11.30 Uhr kann man Abfallwirtschaftszentrum so ziemlich alles abgeben, was im Haus, im Garten, am Hof oder im Betrieb an Abfällen anfällt: Sperrmüll, Wertstoffe, Sonderabfälle, Holz-, Reifen- und Eisenabfälle, Elektro- und Elektronik-Altgeräte, Speiseöle und-fette, Grün- und Strauchschnitt, gefährlicher Hausabfälle und gefährliche Sonderabfälle sowie Schlachtabfälle und Tierkadaver. „Dank der Erweiterung der Wertstoffhalle und der neuen Abwurfboxen sind die Bereiche der privaten Anlieferung und jener der Gemeinden klar getrennt“, freut sich der Betriebsleiter Roland Thöni. Er ist zusammen mit zwei weiteren spezialisierten Arbeitern im Außenbereich tätig, während die Verwaltungsarbeit von zwei Frauen verrichtet wird, die teilzeitbeschäftigt sind. Wie sich bei einem Rundgang durch die Hallen und Räume zeigte, ist das Abfallwirtschaftszentrum ein gut organisierter und geführter Großbetrieb, wo man einander nicht im Weg ist, sondern wo sämtliche Abläufe genau geplant sind. Das reicht von der Lagerung und bis hin zum Pressen von Wertstoffen. Und wenn es zwischendurch piepst, sind das keine Vögel, sondern die Signale der zwei Elektro-Radlader.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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