Asylwerber als Erntehelfer?

Publiziert in 31 / 2017 - Erschienen am 19. September 2017

Schlanders - Über die derzeitige Situation in der Unterkunftsstätte in Schlanders (ehemaliger Sitz des Weißen Kreuzes), wo 4 Flüchtlingsfamilien mit 7 Kindern sowie 16 junge männliche Asylwerber leben, informierte die Sozialreferentin Dunja ­Tassiello bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Ein vordringliches Anliegen sei es nach wie vor, Beschäftigungsmöglichkeiten für die Asylwerber zu finden. Zumal sie im Vorfeld rund ein Jahr lang in Bozen gelebt hatten, könnten die Asylwerber theoretisch regulär arbeiten. Einige wurden von der Gemeinde mit dem Jäten von Unkraut in den Friedhöfen betraut. Laut Tassiello werde jetzt auch überprüft, Asylwerber als Äpfelklauber zu beschäftigen bzw. als „Zupfer“ im Sommer. Was die Unterkunftsstätte betrifft, so müsse das Land als Eigentümerin noch einige dringende Arbeiten durchführen, so etwa Isolierungsmaßnahmen als Schutz vor der Kälte. Erhard Alber von der Süd-Tiroler Freiheit wollte wissen, was es mit einigen Zwischenfällen auf sich habe, die sich vor einige Zeit zugtragen hätten. Tassiello und auch Bürgermeister Dieter Pinggera informierten, dass es sich unerhebliche Zwischenfälle im Zusammenhang mit einer kleinen Menge Drogen und mit Alkohol gehandelt habe. Die Lage sei insgesamt ruhig. Außerdem stehe man im ständigen Kontakt mit den Carabineri, die regelmäßige Kontrollen durchführen. Dass es manchmal etwa laut werden kann, sei laut Tassiello verständlich: „Diese Menschen kommen aus einem anderen Kulturkreis, wo es normal ist, laut miteinander zu reden. Sie sind nicht so wie wir.“

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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