Dekan Josef Mair zum 80. Geburtstag

Publiziert in 14 / 2019 - Erschienen am 16. April 2019

Schlanders - Es geht schon gegen 50 Jahre, dass Dekan Josef Mair als Seelsorger im Vinschgau tätig ist; zuerst ab 1971 als Kooperator, als Pfarrer und Religionslehrer an der Oberschule in Schlanders, dann als gesuchter und geschätzter Referent in den verschiedenen Sachgebieten und schließlich seit 30 Jahren als Dekan von Schlanders. Mit diesen Diensten hat er nun ein Lebensalter von 80 Jahren erreicht, und noch ist mit diesem Langzeitmodell beileibe nicht Schluss! Die Außenwirkung seiner Tätigkeit ist wegen seines hohen Amtes als Dekan und Pfarrer von Schlanders groß, weil er darin ein hohes Arbeitspensum leistet und eine hohe Wirksamkeit erreicht, wenn auch, dem Gesellschaftstrend entsprechend, für eine abnehmende Menge an praktizierenden Katholiken. Aber das Zentrum des Menschen Josef Mair ist seine Pflichtauffassung, seine Selbstdisziplin, sein intellektueller Forschergeist und seine spirituelle Quellenorientierung. Nur daraus können seine Leistungen verstanden und gewürdigt werden, so etwa auch seine umfassende Bautätigkeit: Die Erweiterung der Dorfkirche von Kortsch und die Sanierung der Kapellen, die Sanierungsarbeiten am Widum von Schlanders und an den Pfarrhäusern in Göflan und Vetzan. Dann hat er den größten Kirchturm im Lande restauriert und mit neuen Schindeln eingedeckt. Als es sich zeigte, dass der eingebaute Metallglockenstuhl nicht geeignet war, hat er ihn kurzerhand mit einem aus Holz ersetzt. Er hat bei der Verwirklichung seiner Vorhaben die hohen Kosten nicht gescheut, den klopfenden Specht nicht gefürchtet und die Kirchendächer von Schlanders und Kortsch auch neu eindecken lassen. Dekan Mair hat dafür die Geldmittel organisiert, den Planungsaufwand gestemmt und die vielen und treuen verdienstvollen Mitarbeiter zielgerecht eingesetzt. So unbeirrt und erfolgreich vorangehen kann ein Mensch nur, wenn er auch in der krisengeplagten und Sympathie verlierenden Mutter Kirche konsequente Analyse betreibt, sich in seinem Bereich dem Wehren und Bewahren verschreibt und in der Grundidee von der umfassenden Gottesliebe nicht irre wird. Dekan Mairs Tatkraft, sein Gestalten und Reformieren ist tief eingewurzelt in die augustinischen Bekenntnisse, in die religionsphilosophische Gelehrsamkeit und in seine kritischen Schlussfolgerungen. Sonst ginge das alles nicht! Daran teilhaben lässt er sein Volk Gottes in den fest- und sonntäglichen Predigten, stets wohl vorbereitet und überlegt, mit klaren Botschaften und kritischen Anmerkungen. Sie sind Einladungen an alle, mitzudenken und einen Blick in die Unendlichkeiten von Gottes Wort und Schrift zu wagen. Auch wenn man dabei nicht weit kommen mag, Dekan Mair macht das Angebot unverzagt und immer wieder neu. Für diese Beharrlichkeiten und für diese Qualität hat Dekan Josef Mair 2012 die Ehrenbürgerschaft von Schlanders erhalten. Anerkennung und Dank gebühren ihm weiter, sein 80. Geburtstag bietet Anlass dazu. Josef Mair ist 1939 in Wiesen/Pfitsch geboren, er hat die Oberschule im Vinzentinum in Brixen besucht, dort im Priesterseminar Theologie studiert und ist 1962 zum Priester geweiht worden. Nach vier Jahren als Kooperator folgen die Jahre seines Universitätsstudiums, das er mit dem Doktorat in Theologie abgeschlossen hat. Dann kommen die lebenslangen Vinschger Jahre bis heute und weiter – AD MULTOS!

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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