Musik und Poesie in der Bichl-Kirche. In der ersten Reihe von rechts Alma Svaldi und Herbert Schnierle-Lutz.

Ein Jubiläum ist immer Erinnerung

Publiziert in 22 / 2017 - Erschienen am 13. Juni 2017

Latsch - Derzeit ist man im Württembergischen Calw und im Südtiroler Latsch dabei, sich zu erinnern. Man erinnert sich an die Anfänge der ungleichen Städtepartnerschaft vor 60 Jahren. Zuerst mit einem Festakt auf Schloss Goldrain. Im Rahmen der Latscher Kulturtage 2017 versuchte man das Jubiläum auch kulturell zu vertiefen. Nicht im Saal eines Kulturhauses wie üblich, sondern an einem „Kraftort“. So nennen die Archäologen die „Bichl-Kirche“, seit in „Unser Lieben Frau auf dem Bühel“ Südtirols bekanntester Figurenstein gefunden worden ist. Die Stadt Calw zeigte sich wie so oft großzügig und schickte den Kulturvermittler Herbert Schnierle-Lutz in die Partnergemeinde. Zusammen mit dem Team um Bibliothekarin Alma Svaldi wurde ein weltberühmter Calwer bemüht. Genauer gesagt die „Erinnerungskultur“ des 1877 in Calw geborenen Dichters und Malers Hermann Hesse. Anna Greiter, eine Tirolerin, und Benedikt Schregle, ein Münchner, lasen aus Gedichten und Erzählungen. Zu den „Seltsam schönen Hügelfluchten“ des „Schwarzwaldes“ und Hesses Erkenntnis „Zwischen Einst und Heut das ganze Leben“ im Gedicht „Licht der Frühe“ wurde Musik vom Feinsten geboten. Die Klänge der 10-saitigen Gitarre von Andreas Hiller und der Querflöte von Christoph Kieser füllten den Kirchenraum. Die Calwer staunten über das kulturelle Interesse so vieler Vinschger an einem sonnigen, aber gewöhnlichen Dienstagabend.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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