Beim Treffen in Schlanders
Beim Treffen in Schlanders

Eine Nachtkultur für die Zukunft – eine Zukunft für die Nachtkultur

Publiziert in 1 / 2026 - Erschienen am 13. Januar 2026

Bozen/Schlanders - Abseits von Debatten rund um Sicherheit und Regulierung des Nachtlebens hat das Projekt TRA POLI – Tempting Cultural Magnetism in den vergangenen Monaten sichtbar gemacht, welche Expertise, Innovationskraft und gesellschaftliche Relevanz die lokale Nachtkulturszene in Südtirol und Trentino tatsächlich mitbringt. Das von der Region geförderte Projekt, initiiert von BASIS Vinschgau Venosta und Cultura Libera – Freie Kultur (CLFK), setzte auf ein Austausch- und Weiterbildungsprogramm von und für Nachtkulturakteur:innen und versteht sich als Vorreiterprojekt für Wissensvermittlung, Vernetzung und nachhaltige Stärkung der Nachtkultur in der Region. Nachtkultur ist weit mehr als Unterhaltung: Sie ist sozialer Treffpunkt, kulturelles Experimentierfeld und ein zentraler Motor für Innovation, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist sie mit komplexen Herausforderungen konfrontiert – von rechtlichen Rahmenbedingungen über Sicherheitsfragen bis hin zu Inklusion, Nachhaltigkeit und Finanzierung. Gerade diese Bedingungen machen Nachtkultur zu einem hochgradig agilen, lösungsorientierten und innovativen Feld. In Südtirol und Trentino existiert eine lebendige Szene mit großer fachlicher Kompetenz. Viele Akteur:innen entwickeln seit Jahren kreative, sozial verträgliche und nachhaltige Lösungen – oft unter prekären Bedingungen und mit begrenztem Zugang zu öffentlichen Förderstrukturen. Dieses Wissen war innerhalb der Szene präsent, blieb jedoch lange Zeit wenig sichtbar für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. TRA POLI setzte genau hier an: Das Projekt machte die Vielfalt, Kompetenz und Innovationskraft der Nachtkultur sichtbar und schuf Räume für Austausch auf Augenhöhe – zwischen Kollektiven, Kulturinitiativen, Aktivist:innen und Interessierten. Im Zentrum von TRA POLI standen sechs regionale Treffen, drei in Südtirol und drei im Trentino, die jeweils einem zentralen Thema der Nacht- und Subkultur gewidmet waren und Theorie, Praxis sowie lokale Expertise miteinander verbanden. Das Treffen in Schlanders in Zusammenarbeit mit der BASIS stand unter dem Motto „Urbanismus & ländliche Räume“. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Nachtkultur ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen, offenen und zukunftsfähigen Region ist – kulturell, sozial und gesellschaftspolitisch. 

Josef Laner
Josef Laner

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