Schüler beim Aussetzen der Brütlinge.

Für den Fortbestand der Haidersee-Forelle

Publiziert in 42 / 2016 - Erschienen am 23. November 2016
Gemeinschaftsprojekt trägt Früchte St. Valentin a.d.H./Burgeis - Seit dem Frühjahr 2013 arbeitet die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg gemeinsam mit der Landesfischzucht des land- und forstwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg, dem Verein „Haidersee-Freunde“, den beiden Fischereirechtsinhabern und dem Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung daran, den Fortbestand der Seeforelle im Haidersee zu sichern. Im Zuge dieses gemeinsamen Vorhabens hat die 2. Klasse der Fachrichtung Forstwirtschaft im Oktober 2015 mitgeholfen, über 600 kg Laich­fische (sogenannte Mutterfische) in den Haidersee einzusetzen. 600 kg Laichfische ausgesetzt Ziel war es, die natürliche Fortpflanzungsrate im See sowie im Etschzulauf zu steigern. Mitarbeiter der Landesfischzucht und der Obmann „Haidersee-Freunde“, Johann Telser, begrüßten die Schüler sowie Lehrpersonen und erklärten kurz den weiteren Ablauf. Die rund 500 Gramm schweren und markierten Tiere wurden von den Transportbecken möglichst schnell zum See getragen. Es wurde streng darauf geachtet, die Fische nicht zu einem großem Stress auszusetzen. Alle Beteiligten arbeiteten daher behutsam und ruhig. Um eine gleichmäßige Verteilung der Tiere im Gewässer zu fördern, brachten die Helfer alle Fische entlang der orografisch rechten Seite des Sees aus. Etwas mehr als ein halbes Jahr später konnte die gleiche Schüler­gruppe 12.000 See­forellen-Brütlinge in den Zulauf des Haidersees einsetzen. Aufwendige Renaturierungsmaßnahmen im Jahr 2015 durch das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung und die Pflanzung von Sträuchern seitens der „Haidersee-Freunde“ schufen ideale Lebensraumbedingungen. Die Schüler brachten die Brütlinge zu langsam fließenden Wasser­abschnitten. Dort wurden die kleinen Seeforellen freigelassen, und zwar mit viel Geduld. Wenige Minuten später war zu beobachten, dass bereits einige der Neulinge auf der Suche nach Insekten aus dem Wasser sprangen. Um zu einem späteren Zeitpunkt die natürlich geschlüpften Tiere von den eingesetzten zu unterscheiden, wurde den Brütlingen aus der Fischzucht ein Farbstoff verabreicht, der sich in den Gehör­knöchelchen einlagert und bei einer späteren Entnahme sichtbar ist. So ist die Entwicklung des Bestandes nachvollziehbar und der Erfolg des Besatzes nachweisbar. Bestand der Seeforellen sichern Der Zweck dieser Praxiseinheit war es, den Bestand der See­forellen weiterhin zu sichern und durch den Besatz junger Fische das natürliche Wanderverhalten zu fördern. Das Fachwissen aller Helfenden wurde an die Schüler weitergegeben und somit das Verständnis für einen art­gerechten Umgang mit Tieren gestärkt. Nach drei Stunden waren alle Fische unversehrt ausgesetzt und somit die Fortpflanzungsrate für die folgenden Jahre hoffentlich gesichert. Um die Zusammen­arbeit weiterhin aufrecht zu erhalten, wurde bereits eine weitere Einheit im Herbst 2016 angedacht, bei der die Schüler/innen der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft beim Einsetzen von 240 kg Jungfischen behilflich sein können. Wunsch nach Weiterführung Aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Beteiligten und des Erfolges nach der offiziellen Beendigung des Projektes Ende 2016 hinsichtlich des Seeforellen-Bestandes besteht der Wunsch auf Weiterführung der Kooperation. Diese wäre in einem kleineren Rahmen angedacht, sodass die natürliche Fortpflanzung weiterhin kontrolliert wird und nur noch Brütlinge bzw. Eier im Augenpunktstadium ausgebracht werden. Gespräche mit dem Amt für Jagd und Fischerei sind bereits im Gang und auch die Fachschule wäre hinsichtlich der guten und praktischen Erfahrungen gerne bereit, bei zukünftigen Aktionen zum Erhalt der autochthonen Seeforellen-Population im ­Haidersee behilflich zu sein. red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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