Gedenkkreuze für die Standschützen

Publiziert in 30 / 2015 - Erschienen am 2. September 2015
Aktion „An der Front 1915-2015“ abgeschlossen Vinschgau - Dutzende von Veranstaltungen haben kürzlich im Rahmen der Gedenkaktion „An der Front 1915-2015“ in Welsch-, Süd- und Osttirol stattgefunden. Rund 70 Gedenkkreuze wurden von Schützenkompanien an historisch bedeutenden Punkten der einstigen Frontlinie aufgestellt. Damit sollte in erster Linie des Einsatzes der Standschützen im Ersten Weltkrieg gedacht werden. Am Soldatenfriedhof in Spondinig und bei den Hl. Drei Brunnen in Trafoi waren bereits zu Pfingsten 2015 Gedenkkreuze aufgestellt worden. Kürzlich kamen weitere Kreuze im Vinschgau dazu. Sie stehen am Piz Chavalatsch, auf der Dreisprachenspitze, am Kleinen Scorluzzo, auf der Hohen Schneid, am Pleisshorn, bei der Schaubachhütte, am Eisseepass (ehemalige Hallesche Hütte) und unterhalb der Zufallhütte. Auf der Zufallhütte in Martell wurde am 8. August ein Wortgottesdienst für die gefallenen Standschützen zelebriert. Die Gedenkveranstaltung wurde von den Schützenkompanien Goldrain, Kastelbell, Morter, Prutz-Faggen, Kauns, Kematen und Grinzens veranstaltet. Die Musikkapelle Martell sorgte für die musikalische Umrahmung. Die Gedenkrede hielt der Ortlerfront-Experte Manfred Haringer. An der Stelle unterhalb der Hütte, wo jetzt das Gedenkkreuz steht, wurden im November 1918 die letzten Gefallenen dieses Frontabschnittes bestattet. An der Gedenkfeier und Anbringung des Gedenkkreuzes bei der Schaubachhütte in Sulden nahmen Abordnungen der Kompanien Schlanders, Latsch, Serfaus, Tösens, Birgitz und Götzens teil. Die Gedenkrede hielt der Schlanderser Ehrenhauptmann Karl Pfitscher. „Es freut mich besonders, dass heute auch unsere Kameraden aus Nordtirol gekommen sind“, sagte Pfitscher. Er blickte auf die Kriegsgeschehnisse von 1915 bis 1918 zurück. An der Eisfront hätten die Standschützen das Rückgrat der ganzen Verteidigung gebildet. Er zitierte auch den General Freiherr von Lempruch, der zu den Standschützen folgende Worte fand: „Die Standschützen haben aber, das bezeuge ich gerne, ihre Pflicht restlos erfüllt; die Zahl ihrer Verwundeten und Gefallenen ist verhältnismäßig bedeutend…“. Der über 80-jährige Oberjäger Hohenegger aus Reschen, der als Büchsenmacher in Spondinig arbeitete, war laut Pfitscher der älteste Standschütze an dieser Front, „während der Jüngste bei Kriegsausbruch gerade 17 Jahre jung wurde.“ Besonders ausführlich ging Pfitscher auf den Einsatz des Bataillons Schlanders ein. „Wir stehen heute hier und erinnern uns an die großen Kämpfer für die Heimat Tirol des Ersten Weltkrieges, aber auch an jene des Zweiten Weltkrieges und an die Kämpfer für die Freiheit Tirols der 60-er Jahre Jahre“, schloss ­Pfitscher. Auch an anderen Standorten im Vinschgau, wo Gedenkkreuze aufgestellt wurden, fanden würdige Gedenkfeiern statt. Red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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