Foto: schuetzen.com

Grauner Schützen im Bunker

Publiziert in 44 / 2016 - Erschienen am 7. Dezember 2016
Reschen - Zu einer besonderen Veranstaltung lud kürzlich die Schützenkompanie Graun ein. Unter der fachkundigen Führung von Florian Eller wurde ein Teil der Bunkeranlage in ­Reschen, die selbst vielen Einheimischen unbekannt ist, besichtigt. ­Schützenhauptmann Daniel Stecher, der sich von der bisher unbekannten Dimension dieser Bauwerke beeindruckt zeigte, konnte unter den Teilnehmern auch den Landeskommandanten des Südtiroler Schützenbundes, Elmar Thaler, begrüßen. Es ist der Bunker mit der Nummer 20, der vor einigen Jahren auf Initiative von Florian Eller und Albrecht Plangger der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war. Das italienische Militär war schon Anfang der 1990 Jahre abgezogen und hatte Anlagen zurückgelassen. Heute erzählen die unterirdischen und gut getarnten Bauwerke auf dem Gemeindegebiet von Graun einen Teil der Südtiroler Geschichte. Entlang der Reschengrenze war in den Jahren 1936 bis 1942 vom faschistischen Italien eine umfangreiche Verteidigungslinie zum Schutz vor einer Invasion des verbündeten Hitler-Deutschlands angelegt worden. Der Etschquelle-Bunker Nr. 20 war damals im Quellbereich der Etsch errichtet und in den Fels gegraben worden. Die Bauarbeiten liefen 1939 an, wurden 1942 eingestellt und erst in den 1950er Jahren wieder aufgenommen. Damals hatte man aufgrund der politischen Umstände beschlossen, bestimmte Verteidigungsanlagen wieder in Betrieb zu nehmen und mit Kanonen und Maschinengewehre sowie technischen Einrichtungen in den Schießkammern auszustatten. Die Bunkeranlage wurde auch mit Feldbetten, Tischen, Wasser usw. ausgestattet. Sie war bis 1992 operativ. Im Inneren des Bunkers befindet sich bergseitig die Quellstube der Etsch und dürfte, geographisch gesehen, die richtige Etschquelle (weil bergseitig gelegen) sein. Florian Eller konnte mit anschaulichen Beispielen und viel Fachwissen den vielen Teilnehmern der Exkursion das Leben in diesen militärischen Einrichtungen nachzeichnen und die Entstehungsgeschichte in einen größeren Zusammenhang bringen. Im Anschluss an die Führung trafen sich die Grauner Schützen im Gasthof „Schwarzer Adler“, wo der Landeskommandant in einem Vortrag auf die Ziele und Arbeiten des Schützenbundes einging und wo über wichtige Fragen im Zusammenhang mit dem Schützenwesen diskutiert wurde. Red
Redaktion
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