Die scheidende SVP-Bezirksfrauenreferentin Heidi Gamper.

Heidi packt aus

„Wahlergebnis ist für unseren Bezirk wirklich nicht einfach zu stemmen.“

Publiziert in 44 / 2018 - Erschienen am 18. Dezember 2018

Vinschgau - Nachdem die SVP Vinschgau bei den Landtagswahlen im Oktober eines von zwei Mandaten verloren hat, stellt die SVP-Frauenchefin Heidi Gamper ihr Amt zur Verfügung. „Das ablaufende Jahr war ein sehr intensives. Fast genau vor einem Jahr haben wir mit der Diskussion über die Kandidatinnen begonnen, sind dann mit den zwei Frauen in allen Gemeinden zu Besuch gewesen und hatten nachher in Kortsch die Abstimmung über die Kandidatin“, blickt Gamper in einem Gespräch mit dem der Vinschger zurück. Dort hatte man das Gefühl, „dass die Ortsgruppen diesen Prozess als gut empfanden und eine Art Aufbruchstimmung war spürbar.“ Danach sei die Stimmung langsam gekippt. „Und leider sind dafür führende Funktionäre innerhalb unseres Bezirks mitverantwortlich“, kritisiert Gamper. Darüber sei aber nie mehr geredet worden. „Dann kam von der Parteizentrale auf einmal eine Mitgliederbefragung, die im Vinschgau nur für Konfusion sorgte, da wir schon vorher über die Frau abgestimmt hatten“, so Gamper weiter. Bei der Klausur in Goldrain sagten alle bei dieser Befragung vorgeschlagenen Personen ab „und Elfi Kirmaier und Sepp Noggler waren ab diesem Zeitpunkt die Vinschger Kandidaten.“ Das war im Mai. „Und im Juni lesen auch wir Funktionäre aus der Zeitung, dass Dieter Pinggera im Gespräch ist, über die Landesliste als Kandidat nominiert zu werden. Damals war noch nichts entschieden, aber die Art und Weise war halt wieder einmal schwierig“, resümiert die scheidende Bezirksfrauenreferentin. Und dann sei noch die Sache mit der Staatsbürgerschaft von Elfi Kirmaier dazugekommen. „Das war nicht nur für die Ortsobleute, die ihr das Vertrauen geschenkt hatten, und für die Frauen schwierig, sondern vor allem auch für Elfi Kirmaier selbst, weil sie ja bereits 2016 angesucht und von den Behörden die Zusage hatte, dass sie bis zur Hinterlegung der Kandidatenliste alle formellen Voraussetzungen erfüllen wird. Im Sommer mussten wir dann noch ganz schnell einen Ersatz finden.“ Zusätzlich machte sich eine schlechte, interne Stimmung breit, „bei der sehr viele Dinge in Frage gestellt wurden und der gemeinsame Blick nach vorne verloren ging.“ Nach dem schlechten Wahlergebnis waren einige der Meinung, „dass Fehler gemacht wurden. Das nehme ich  als Vorsitzende zur Kenntnis und stelle dieses Amt zur Verfügung.“ Gamper ist aber fest überzeugt, „dass ein Neustart nur mit neuen Köpfen gelingen kann und dieser Chance möchte ich nicht im Wege stehen. Wir haben im Bezirk wirklich viele kompetente Frauen, darüber brauchen wir uns keine Sorgen machen. Es tut mir persönlich nur leid, dass viele durch diese schwierigen Umstände im letzten halben Jahr ein bisschen die Motivation verloren haben.“ Das Wahlergebnis sei für den Bezirk Vinschgau wirklich nicht einfach zu stemmen. Gamper: „Wir haben mit Sepp Noggler zwar einen erfahrenen und guten Vertreter, aber leider nur mehr einen. Die Forderung des Bezirks, dass Sepp Noggler in die Landesregierung berufen wird, ist aus Bezirkssicht richtig. Einen Vinschger Ansprechpartner in der Landesregierung zu haben, wäre für unseren Bezirk sehr wichtig. Die Chancen dafür sind allerdings nicht die besten.“ Und was sagt Gamper zur Parteiführung im Bezirk, speziell zum Bezirksobmann Albrecht Plangger? „Unser Bezirksobmann hat momentan keinen leichten Job und ich möchte ihm für seine menschlich sehr korrekte Art ein großes Kompliment aussprechen. Leider ist es in Parteigremien halt nicht so wie in einem Verein, dass man ein gemeinsames Ziel hat und alle versuchen, dieses Ziel gemeinsam umzusetzen.“ In der Politik sei immer wieder mit Intrigen, Querschlägern und internen Widersachern zu rechnen. „Ich habe das Gefühl, dass verschiedene Dinge aufgearbeitet werden müssen, das fängt schon bei der ganzen Diskussion zu den Pestiziden in Mals an. Dann würde ich mir wünschen, dass gewisse Personen die Einsicht haben, dass sie auch nicht ganz richtig gehandelt haben und es braucht einfach auch die Unterstützung aus Bozen. Vielleicht wurde in der Parteizentrale die ganze Situation auch unterschätzt“, mutmaßt Gamper. Nachdem sie 16 Jahre lang – „das ist fast mein halbes bisheriges Leben“ - für diese Partei in den verschiedensten Ämtern tätig gewesen ist, „wünsche ich mir natürlich, dass es ihr gelingt, sich wieder aufzuraffen und nach vorne zu schauen. Wir haben so viele engagierte Menschen, die mit Herzblut ehrenamtlich für diese Partei unterwegs sind und diese muss man unterstützen und stärken.“ Abschließend bedankt sie sich speziell bei Roselinde Gunsch Koch und bei Maria Herzl. „Ich bin sehr dankbar dafür, in diesen ganzen Jahren viele Menschen kennengelernt und auch persönlich viel gelernt zu haben.“ 

Josef Laner
Josef Laner
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