Das Heilig-Grab in der Pfarrkirche Graun wurde renoviert und erstrahlt wieder in neuem Glanz.
Beim Einzug zum Gottesdienst am Palmsonntag

Heilig-Grab in Graun vorbildlich restauriert

Publiziert in 7 / 2022 - Erschienen am 12. April 2022

Graun - Dass das Heilig-Grab heuer ausnahmsweise schon seit dem Palmsonntag die Pfarrkirche von Graun ziert, hat seinen guten Grund. Der Pfarrgemeinderat und die Heilig-Grab-Bruderschaft Graun nahmen nämlich den gemeinsamen Gottesdienst am Palmsonntag zum Anlass, um das restaurierte Heilig-Grab der Bevölkerung vorzustellen und von Kooperator Michael Lezuo im Rahmen des Gottesdienstes segnen zu lasen. Das Grauner Heilige Grab ist sehr alt und wurde unmittelbar nach dem Bau der großen, im Zuge der Seestauung gesprengten Kirche errichtet. Die Heilig-Grab-Bruderschaft der Pfarre Graun wurde um 1838 gegründet. „Auch heute noch hält die Bruderschaft die Tradition hoch,“ sagte Valentin Paulmichl im Namen des Pfarrgemeinderates. Mit Einsatz und Teamgeist werde das Heilige Grab jährlich aufgestellt. Viele Männer beteiligen sich an den Anbetungsstunden, gemeinsam mit einigen Frauen. „Durch die vielen Jungmänner erleben wir einen neuen Aufschwung, was alle freut“, so Paulmichl. Weil der Zahn der Zeit sowohl am Unterbau des Grabes, als auch an den Bildtafeln und Figuren genagt hatte, waren Renovierungsarbeiten notwendig. Maßgeblich angestoßen und begleitet haben die Initiative Robert Steiner, Manuel Padöller und Valentin Paulmichl. Waren die schönen Bildtafeln und Figuren seit dem Osterfest 2021 noch in den Werkstätten der Restaurierungsfirma Pescoller in Bruneck, so erstrahlen sie jetzt wieder an ihrem angestammten Platz in neuem Glanz. Die tragenden Teile des Heiligen Grabes, sprich das Gerüst, haben geschickte Arbeiter der Forststation Graun errichtet. Gelungen ist es auch, zwei der schönsten Bildtafeln mit den Engeln einzubauen, die über 70 Jahre lang ungenutzt in der Gruft abgestellt gewesen waren. Valentin Paulmichl dankte allen, die an der Renovierung beteiligt bzw. die Arbeiten finanziell oder anderweitig unterstützt haben: Denkmalamt, Gemeinde Graun, Fraktion Graun, Schützen von Graun und private Spender. Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger, selbst Heilig-Grab-Bruder, dankte ebenfalls allen Beteiligten und freute sich, dass die Heilig-Grab-Tradition in Graun noch immer tief verwurzelt und lebendig ist. Vor dem Heilig-Grab in Graun wird die Grabwache von Karfreitag um 16 Uhr (nach dem Wortgottesdienst) durchgehend (auch nachts) bis Karsamstag um 12 Uhr Mittag gehalten. Es gibt 10 Gruppen von mindestens 8 „Grabbrüdern“, die in der Regel jeweils für 2 Stunden vor dem Heiligen Grab wachen und beten. In Pfunds gibt es die Heilig-Grab-Tradition schon seit über 500 Jahren, in Nauders und Graun höchstwahrscheinlich ebenso lang und in Reschen seit 1934. Detail am Rande: in der Corona-Zeit wurden die traditionellen Anbetungsstunden in Graun in alternativer Form durchgeführt, nämlich über Videokonferenz. Auch das beweist, dass sich die „Grabbrüder“ nicht so leicht unterkriegen lassen, wenn es darum geht, diese Tradition zu bewahren. Im Anschluss an den Gottesdienst lud das Bruderschafts-Komitee
(Albrecht Plangger, Alois Blaas, Jonas Eberhart, Paul Blaas und Manuel Padöller) zu einem Umtrunk ein.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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