Stolz (v.l.): Hannes Götsch, Andreas Pobitzer und Christian Salutt
Willkommen im Malser Hafen
Zwischen alten Maschinen und modernster Technik: Arbeitsplätze in der alten Weberei.

Im Coworking-Hafen von Mals

Viele Emotionen, zahlreiche Innovationen: Der Pendler*innenhafen wurde eröffnet. 

Publiziert in 33-34 / 2021 - Erschienen am 12. Oktober 2021

MALS - Ein Coworking Space in Mals und seine Geschichte: „Anfangs musste ich googeln was das genau ist. Dann erkannten und sahen wir schnell die Chancen“, erklärte der Malser Gemeindereferent Andreas Pobitzer bei der Eröffnungsfeier in der ehemaligen Weberei Salutt zwar etwas scherzhaft, brachte es damit aber auf den Punkt. Neue Wege beschreiten, Ortskerne weiter beleben und Akzente setzen, habe man sich auch in Mals auf die Fahnen geschrieben. Gemeinsam mit dem in Schlanders angesiedelten Verein BASIS Vinschgau Venosta und Christian Salutt wurde dieses Gemeinschaftsprojekt verwirklicht und der sogenannte Pendler*innenhafen Mals im Gebäude der Weberei eingerichtet. Es ist eine Art Coworking-Außenstelle von BASIS. Hier finden Pendlerinnen und Pendler, Auswärtige und Malser, kurzerhand alle die den Bedarf sehen, gut ausgestattete Arbeitsplätze vor. Gegen eine Tagesgebühr oder Monatsgebühr können diese genutzt werden, getreu dem bekannten Coworking-Konzept, wie es bereits unter anderem in der Schlanderser Drusus-Kaserne erfolgreich praktiziert wird. 
„Ein sehr emotionaler Moment für mich. Mein Vater würde weinen vor Freude“, erklärte Christian Salutt. Sein Vater Arnold „Noldi“ Salutt war im November des vergangenen Jahres im Alter von 84 Jahren gestorben. Noch bis 2010 wurde in der traditionsreichen Weberei Salutt gearbeitet. Heute finden sich dort neben den Coworking-Arbeitsplätzen die alten Maschinen und Geräte. „Wir sind dankbar, dass diesem Gebäude wieder solch ein Leben eingehaucht wurde“, erklärte Salutt sichtlich gerührt. 

Ein optimaler Standort 

Hannes Götsch von BASIS hob den Stellenwert des Coworking Spaces in Mals hervor. Damit verfüge der obere Vinschgau über einen Platz für Pendler, Unternehmen, Freelancer und Studenten aus dem Obervinschgau und umliegenden Regionen. „Schon früher dachte ich, in Mals könne man etwas machen“, so Götsch. Nun habe sich diese optimale Möglichkeit ergeben. Der Standort und das Ambiente hier seien ideal. „Es ist ein Test. Noch wissen wir nicht wie es funktioniert. Aber es hat Potenzial. Ich glaub, hier kann etwas Tolles entstehen“, erklärte er. Mals und die angrenzenden Gemeinden seien traditionelle Pendlerorte. Viele arbeiten in der Schweiz, Bozen oder Meran mit Arbeitswegen von oft zwei und mehr Stunden Länge. Die Pandemie habe mit der flächendeckenden Einführung des Smart Office das Problem nicht gelöst. Gar einige kämpfen zu Hause mit schlechter Internetverbindung, der sozialen Isolation und der mangelnden Trennung von beruflicher und privater Sphäre. Dem solle und könne eine solche Institution nun weiter entgegenwirken, war man sich bei der Eröffnungsfeier einig. 
Der Gemeinde Mals sei es seit jeher ein Anliegen, leer stehende Gebäude zu füllen. Dies sei ein Paradebeispiel. „Ein Dank an Hannes und Christian für die gute Zusammenarbeit“, lobte Andreas Pobitzer. Im Vorfeld habe man unter anderem die Coworking-Räume in Schlanders besucht – und zeigte sich begeistert. Man sei überzeugt, dass auch in Mals Bedarf da sei. 

Das sind die Kosten

Die Büroräume im Pendler*innenhafen bilden mit den alten Spinnereimaschinen nicht nur eine besondere Atmosphäre, sondern sind auch hochmodern ausgestattet. So steht unter anderem eine schnelle Glasfaserinternetverbindung zur Verfügung. Ein Monatsabo kostet 150 Euro, eine 10er Karte 105 Euro, die Tagesgebühr beläuft sich auf 12 Euro und ein halber Tag kostet 6 Euro. Infos dazu gibt es auch im Internet (http://coworking-mals.basis.space). 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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