KVW Vinschgau kämpft für Geburtenabteilung

Publiziert in 30 / 2014 - Erschienen am 3. September 2014
Schlanders - „Die Geburtenabteilung in Schlanders muss bleiben und wir wollen dafür kämpfen“, sagt Heinrich Fliri, stellvertretend für den KVW-Bezirksausschuss Vinschgau. Dieser hatte sich am 25. August klar für eine Beibehaltung der Geburtenabteilung im Krankenhaus Schlanders ausgesprochen. Die vorgebrachten Argumente sind vielfältig. Schlanders ist ein Zentralort für den Vinschgau. Müsse jemand z.B. von Melag nach Meran, so sind mindestens zwei Stunden einzuplanen. Dabei werden allerorts weniger Verkehr und Umweltschutz gefordert, so der KVW-Bezirksausschuss. Es könne nicht sein, dass ein Bürger aus Langtaufers im Vergleich zu jenem in Algund zum Bürger zweiter Klasse werde, wenn es um die Gesundheitsversorgung geht. Außerdem sei immer wieder von dezentralen Diensten die Rede und was passiert, sei wieder Zentralisierung, so der KVW. Während schon in den 1980er Jahren die Dezentralisierung der Sozial- und Gesundheitsdienste erreicht wurde, kommt es nun zu einem Rückschritt. „Südtirol hat sich seinen Wohlstand und die Lebensqualität erarbeitet, deshalb geben wir sie auch nicht kampflos auf,“ so die KVW-Vertreter. Auf der einen Seite werden Studien gegen die Abwanderung in der Peripherie ­finanziert und auch der Einzelhandel vor Ort unterstützt, was positiv zu bewerten ist, auf der anderen Seite aber ginge die Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung und Arbeitnehmer müssten ihren neuen Wohnsitz an den zukünftigen Arbeitsort verlegen. Die große Sorge beim schrittweisen Abbau von Abteilungen und Diensten ist, „dass das Krankenhaus Schlanders am Ende zu einer Pflegeeinrichtung für Langzeitkranke degradiert wird.“ Es könne nicht sein, dass zwar ein 17 Mio. Euro teurer Neubau realisiert werde, die Perspektive für das gesamte Krankenhaus aber offen bleibe. Schließlich gehe es um eine große und vielfältige Anzahl von Arbeitsplätzen in der Peripherie, so der KVW-Bezirk. Und auch die Vor- und Nachuntersuchungen bei einer Geburt gehören zur Grundversorgung vor Ort. Darauf hätten genauso jene Menschen ein Anrecht, die in den vielen Seitentälern und abgelegenen Weilern wohnen. Der KVW-Bezirk fordert deshalb die politischen Vertreter in Rom und Bozen auf, nachdrücklich auf die Besonderheiten in unserem Land hinzuweisen. „Allzu oft sehen Politiker und Manager aber nur kurzfristige finanzielle Effekte und leisten sich auch noch hohe Prämien, wenn es um Einsparungen geht.“ Einfache Bürger blieben damit auf der ­Strecke, denn es frage niemand, was die Einsparungen eines jeden Einzelnen sind, wenn er die professionellen Dienste eines Krankenhauses wie in Schlanders vor Ort nutzen kann. Immer gehe es nur um die Sicht des Sanitätsbetriebes, was nicht länger hingenommen wird. Der KVW Vinschgau fordert deshalb alle Interessensvertreter und Verbände im Tal auf, sich gemeinsam für das Krankenhaus Schlanders mit all seinen wertvollen Diensten einzusetzen. red
Redaktion

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.