Dieses Rendering zeigt, wie sich die Talstation der Goldseebahn präsentieren wird.
So sehen die Gondeln der neuen 6er-Sesselbahn aus.
Helmut Spöttl
Karl Stecher
Michael Schöpf
Helmut Wolff
Hartmann Ploner

Mit ganzer Kraft noch vorne

Nauderer Bergbahnen AG stellt Investitions- und Innovations-Initiative vor. 

Publiziert in 19 / 2021 - Erschienen am 27. Mai 2021

Nauders - Der Totalausfall der vergangenen Wintersaison ist für die Nauderer Bergbahnen AG kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: 11 Millionen Euro werden in die Modernisierung der Liftanlagen, die Neugestaltung der Berggastronomie und die Erweiterung des Sommerangebotes investiert. Die Investitionsoffensive wurde just am 19. Mai, als in Österreich die Bereiche Gastronomie, Tourismus und Kultur wieder aufsperren durften, im Bergkastel-Seilbahncenter in Nauders vorgestellt. Karl Stecher und Helmut Wolf, Vorstände der Bergbahnen AG, zeigten sich ebenso optimistisch und zuversichtlich, wie der Prokurist Michael Schöpf, der Bürgermeister und Vorsitzende des Aufsichtsrates, Helmut Spöttl, der Touristiker Hartmann Ploner und der Prokurist Georg Schöpf.

Goldseebahn im Bau

Das größte Investitionsvorhaben ist der Bau der Goldseebahn. Es handelt sich um die Errichtung einer kuppelbaren, hochmodernen 6er-Sesselbahn als Ersatz der Schlepplifte Goldseelift und Ideallift. Die Goldseebahn soll spätestens im Dezember 2021 eröffnet werden. Zur Ausstattung der 6er-Sessel gehören neben der Wetterschutzhaube und einem automatischen Schließbügel auch eine Kindersicherung an jedem Sitzplatz sowie eine Sitzheizung. Auch qualitative Verbesserungen einiger Pistenabschnitte sind geplant, um das Familienskigebiet speziell für Anfänger noch attraktiver zu gestalten und den Spaßfaktor insgesamt zu erhöhen. Die für die Verbesserungen notwenigen Rodungen bzw. Erdbewegungen wurden zum Teil bereits durchgeführt. Wie Helmut Spöttl, Karl Stecher und weitere Bergbahnen-Vertreter bestätigten, sei schon bei der Planung darauf geachtet worden, sowohl beim Bau der Goldseebahn als auch bei weiteren Arbeiten möglichst landschaftsschonend vorzugehen. Die naturschutzrechtlichen Behörden haben die Maßnahmen positiv begutachtet. Die Erlebniswelt Goldwasser wird im Rahmen der Investitionsoffensive zum Teil neu gestaltet und mit zusätzlichen Attraktionen und Angeboten erweitert, so etwa wird ein neuer Spielesee direkt vor dem Panoramarestaurant errichtet mit einer Slackline, einer Riesensandkiste, einem Baumkarussell, mit Wasserspielen, Wipptieren und Schaukeln. Teilweise bereits durchgeführt wurden Neuerungen im Bereich der Berggastronomie, etwa im Panoramarestaurant Bergkastel. Das Kinderrestaurant soll ebenso neu gestaltet und erweitert werden wie der Skikindergarten und weitere Bereiche der Berggastronomie. Bei diesem setzt die Nauderer Bergbahnen AG übrigens weiterhin auf Regionalität, Saisonalität und Authentizität. Etwas kosten lässt sich die AG auch das neuartige Digitalisierungsprojekt „Nauders Sitzfix“. Wer möchte, kann demnach schon von seinem Hotelzimmer aus mit Hilfe eines QR-Codes einen Tisch reservieren, sich das Menü auswählen und bestellen. Mit dieser Möglichkeit soll versucht werden, den Besuchern den „Mittagsstress“ zu nehmen. Die Bedeutung des Sommertourismus nimmt auch in Nauders Jahr für Jahr zu, speziell der Fahrrad- und Bike-Tourismus, am denke nur an die 3-Länder Enduro-Trail. Ganz in diesem Sinn wird auch an eine Sommernutzung der Goldseebahn gedacht. So wird die Bahn mit eigenen Transportgondeln ausgestattet. Jeweils 4 Fahrräder können problemlos eingehängt werden. Neben diesem Fahrradtransport mit „Bike Clip“ können sich die Biker noch auf eine weitere Neuheit freuen, nämlich auf die Neugestaltung der „Billy’s Bike Lounge“ im Bereich der Talstation der Bergbahnen.

11 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Investitionspaketes belaufen sich auf 11 Millionen Euro. Gestemmt werden sie ausschließlich mit Eigenmitteln der AG. Die Mehrheitseigentümer der Gesellschaft sind die Gemeinde Nauders und die Touristiker von Nauders. Wie Bürgermeister Helmut Spöttl präzisierte, seien die Investitionen im Vorfeld intensiv geprüft und bewertet worden. „Diese Investitionen sind ein deutlicher und wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Spöttl. An Tatendrang fehlt es der Nauderer Bergbahnen AG nicht: „Wir sind motiviert bis in die Haarspitzen“ sagte Karl Stecher. Zugute kommt der Gesellschaft, dass viele Mitarbeiter ausgebildete Facharbeiter sind. Hartmann Ploner erinnerte daran, dass die AG auf eine sehr positive Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken könne, im Winter ebenso wie im Sommer. „Der Umsatz hat sich vervielfacht“, so Ploner. Die Sommersaison 2021 beginnt übrigens am 3. Juni.

Anbindung Schöneben im Visier

Bezüglich einer skitechnischen Verbindung zwischen Nauders und Schöneben stimmten Helmut Spöttl und Karl Stecher darin überein, „dass das Interesse an einer Verbindungsbahn sowohl in der Gemeinde Graun als auch in der Gemeinde Nauders groß ist.“ Es handle sich aber um ein Vorhaben mit einer sehr großen Dimension, „ja um ein Jahrhundertprojekt“, so Spöttl. Eine Studie sei mittlerweile in Ausarbeitung. Dass die zwei Gemeinden und die Skigebiete dies- und jenseits der Grenze auch in diesem Punkt an einem Strang ziehen, beweist schon der Umstand, dass der Kartenverbund zwischen der Schöneben AG und der Bergbahnen Nauders AG kürzlich beidseitig auf unbestimmte Zeit verlängert wurde.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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