Reinhold Messner bei seinem Vortrag.

Mit Motivation „Berge versetzen“ 

Publiziert in 28 / 2018 - Erschienen am 28. August 2018

Sulden -  Mit eisernem Willen, bedingungsloser Motivation und der Abenteuerlust „Berge versetzen“: Das wollte Reinhold Messner schon jeher. Grenzgänger, Extrembergsteiger, Bergbauer und heute Filmemacher: In seinem Leben hat Reinhold Messner bereits viele Herausforderungen gesucht, gefunden und bewältigt. Stets mit großem Willen und unglaublicher Motivation hat sich Messner an fast nicht machbare Aufgaben herangewagt. Von seinem Leben und seinen Abenteuern erzählte er Anfang August in der Suldner Tennishalle bei der schon traditionellen Multivisionsshow. Hunderte Besucher, darunter viele Touristen aus Deutschland, ließen sich das Spektakel auch diesmal nicht entgehen. Eine jedoch fehlte: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in den vergangenen Jahren ebenfalls regelmäßig zu dieser Zeit in Sulden zu Gast war, hat heuer auf ihren Südtirol-Urlaub verzichtet. So wurde sie nicht Zeugin von einem der bisher emotionalsten Vorträge des ehemaligen Extrembergsteigers Reinhold Messner. „Schon als Kind war ich klettern. Im Alter von fünf Jahren habe ich den ersten Dreitausender zusammen mit meinen Eltern bestiegen“, erzählte Messner aus seinem Leben. Bereits mit 20 wagte er sich an die schwierigsten Kletterrouten in den Dolomiten. „Für weitere Reisen reichten damals die Mittel noch nicht“, so Messner. Der heute 74-Jährige berichtete über die Faszination des Alpinismus. Vom Nanga Parbat, wo sein Bruder tödlich verunglückte, durch die Antarktis bis in die Wüste Takla Makan. Die Zuhörer wurden Zeugen atemberaubender Augenblicke, tödlicher Gefahren und schier unmenschlicher Leistungen an den entlegensten Orten der Welt. „Es waren teils Expeditionen, wo man nicht wusste, ob man überhaupt zurückkommt“, erzählte Messner. Die Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoff vor 40 Jahren, ein Alleingang hinauf auf den Everest, seien nur einige Beispiele davon. 

Verschiedene Lebensphasen  

Der frühere Extrembergsteiger habe mehrere Lebensphasen durchgemacht. Neben dem Alpinismus seien unter anderem die Museen eine bedeutende gewesen. „Damit habe ich ein Erbe hinterlassen“, betonte er. In seiner derzeitigen Lebensphase ist er als Filmemacher tätig. Für ihn selbst stellt das Filmemachen nach dem Leben als Extrembergsteiger und dem Aufbau seiner Museen einen dritten großen Lebensabschnitt dar. Er sei schon immer ein Geschichtenerzähler gewesen: „Ich habe Geschichten mit meinen Büchern erzählt, Geschichten mit meinen Museen. Jetzt ist es an der Zeit, Geschichten mit meinen Filmen zu erzählen“. Der Vortrag und das gleichnamige Buch „Berge versetzen“ richten sich nicht umsonst auch an Führungskräfte und Top-Manager. Es seien Motivationsvorträge der besonderen Art. „Ein Ausflug, an die Grenzen des menschlich Möglichen – und zu uns selbst“, so Messner. Inbegriffen seien Momente des Ausgebranntseins, der Niederlage, des Neuanfangs. Ein Vortrag, den Messner auch in Banken und bei Seminaren hält. „Es geht stets darum mit Motivation Berge zu versetzen“, gab Messner auch den zahlreichen Besuchern in Sulden mit auf den Weg.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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