Nomad Fest 2024
Präsentation des PNRR Projekts „Schnals – Die Belebung einer Gemeinde“.
Schnals - Kürzlich fand in Karthaus die Eröffnung des Nomad Festes 2024 statt, ein Festival der performativen Künste mit dem Schwerpunkt Transhumanz. Internationale Künstlerkollektive nahmen daran teil, darunter das historische Theaterkollektiv Silence Teatro aus Lavarone. Der Eröffnung vorausgegangen war eine Pressekonferenz im archeoParc in Unser Frau, bei der Bürgermeister Karl Josef Rainer bedauerte, dass aufgrund der Wetterprognosen die Schafe bereits früher aus dem Ötztal geholt werden mussten. Das dreitägige Festival werde dennoch die Transhumanz und ihre Akteure in den Mittelpunkt stellen. Seit 2019 ist die Transhumanz, der historische Schafübertrieb vom Schnalstal auf die Sommerweiden im Ötztal, auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes zu finden. Um dieses Kulturerbe aufzuwerten, wurde das Projekt „Schnals – Die Belebung einer Gemeinde“ ins Leben gerufen. Mit Geldmitteln des Kulturministeriums aus der „Linie B“ des PNRR-Wiederaufbaufonds wird es nun umgesetzt. Das Nomad Fest 2024 war sozusagen der Startschuss. Federführend eingesetzt hat sich bei der Erarbeitung und Einreichung des Projektes die damalige Gemeindereferentin und heutige Vizebürgermeisterin Sonja Santer. Die „Linie B“ sieht laut dem Kulturministerium im Wesentlichen die Unterstützung lokaler Projekte für die kulturelle Aufwertung historischer Orte vor. Das Projekt der Gemeinde Schnals umfasst mehrere Vorhaben im und außerhalb des archeoParcs in Unser Frau. Die Bezirkszeitung der Vinschger hat Vizebürgermeisterin Sonja Santer dazu befragt:
der Vinschger: Die Vorbereitungen für das Projekt „Schnals – Die Belebung einer Gemeinde“ laufen seit ungefähr zwei Jahren und waren ziemlich intensiv. Neben der Gemeinde Enneberg mit dem Bergdorf St. Vigil ist Schnals die einzige Südtiroler Gemeinde, der es gelungen ist, aus der „Linie B“ des staatlichen Wiederaufbaufonds PNRR Geldmittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro zu bekommen. Wie groß war die Freude und die damit verbundene Arbeit?
Sonja Santer: Die Freude über die Zusage der Förderung war natürlich sehr groß, auch deshalb, weil wir in kürzester Zeit das Projekt auf die Beine gestellt haben. Wir hatten ca. einen Monat Zeit, um das Projekt zu schreiben.
Es bedarf ja einiger Partner bei diesem Projekt. Wer steht Ihnen zur Seite?
In der Umsetzung ist eine Vielzahl von Personen involviert: Agostino Riitano als künstlerischer Leiter, Gianni Berardino als wissenschaftlicher Leiter, Riccardo Cicolini als Projektleiter, der Kulturverein Schnals, die Tourismusgenossenschaft Schnals, der archeoParc, der Schafzuchtverein, der Ziegenzuchtverein, die Bauernjugend, die Gemeindemitarbeiter und viele mehr.
Wo liegen die Schwerpunkte dieses PNRR-Projekts und was erwarten Sie sich vom Projekt für die Gemeinde Schnals. Wie kann das immaterielle Kulturerbe des Schnalstales aufgewertet werden?
Ein Schwerpunkt ist die Sanierung und Umgestaltung von drei Gebäuden oberhalb des archeoParcs, damit diese in Zukunft die permanente Ausstellung über die Transhumanz und ein Museum über altes Handwerk, Dialekte usw. beherbergen können. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Wiederbelebung und Erhaltung des kulturellen Erbes durch die Einbindung der Bevölkerung, z.B. durch die kürzlich stattgefundene Masterclass Klangforschung „Die Klänge des Schnalstales“ mit Luis Costa und Gianfranco Spitilli, die Erhöhung des kulturellen Angebotes, Innovation und Digitalisierung sowie die Vermarktung. Durch die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen erwarten wir uns für die Gemeinde Schnals die Schaffung von Arbeitsplätzen, eine Aufwertung als Tourismusdestination und wie schon oben erwähnt die Erhaltung des kulturellen Erbes.
Ein Schwerpunkt war das Nomad Fest 2024. Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf dieses Festivals? Findet nun jedes Jahr ein ähnliches Format statt?
Das Nomad Fest 2024 wurde dank der Mitarbeit der Tourismusgenossenschaft Schnals und Karin Tscholl gut vorbereitet. Durch das Ausfallen des traditionellen Schafübertriebs und der kalten Temperaturen wurden die einzelnen Veranstaltungen weniger besucht als erwartet, wir sind jedoch mit dem Ergebnis zufrieden. Jenen, die dabei waren, hat es sehr gut gefallen. Es ist geplant, jedes Jahr ein ähnliches Format zu organisieren.