Pflanzenschutz ist notwendig

Publiziert in 5 / 2014 - Erschienen am 12. Februar 2014
Aspekte zum Obstbau im Obervinschgau (Teil 3 von 6) Vinschgau - Für die Produktion von gesundem Obst müssen Bauern ihre Pflanzen und Früchte vor Schädlingen und Krankheiten schützen. 95 Prozent der Südtiroler Obstbauern befolgen dabei die Richtlinien der Arbeitsgruppe für den integrierten Anbau ­(AGRIOS). Der integrierte Anbau sieht einen nachhaltigeren Pflanzenschutz vor, indem Prävention und alternative Methoden mit einbezogen werden. Im biologischen Anbau sind hingegen ausschließlich biologische und biotechnische Mittel erlaubt. Beide Anbauweisen haben ihre Berechtigung, wobei gerade die oftmals nicht einfachen Bemühungen unserer Bio-Obstbauern anerkennenswert sind. Positive Entwicklung geht weiter Richtig angewandt, beginnt Pflanzenschutz bereits bei der Erstellung der Anlage und der standortgerechten Sortenwahl. Danach ist die laufende Kontrolle der Schädlinge wesentlich. Die Bauern greifen dazu auf die Dienste des Beratungsrings für Obst- und Weinbau zurück. Bei Behandlungen darf nur eine Auswahl von Pflanzenschutzmitteln zur Anwendung kommen. Ziel ist es im integrierten Pflanzenschutz auch, alternative Methoden mit einzubeziehen. Ein Beispiel ist der Einsatz der Verwirrungsmethode gegen den Apfelwickler, der seit den 90er Jahren zu einer deutlichen Verringerung der Insektizid-Behandlungen geführt hat. Unterm Strich gibt es eine beachtliche positive Entwicklung beim Pflanzenschutz, die Anerkennung verdient und die auch weiter gehen muss. Mittel sind geprüft und zugelassen Alle Pflanzenschutzmittel sind geprüft und gesetzlich zugelassen. Für jeden Wirkstoff legt die EU Anwendungsvorgaben und Grenzwerte fest, die sicherstellen sollen, dass die Verwendung des Mittels keine Gesundheitsgefahr für Menschen (Konsumenten, Anwender und Unbeteiligte) und keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt verursacht. Die Zulassung der Mittel erfolgt in Italien durch das Gesundheitsministerium. Sämtliche Sicherheitsvorgaben sind auf dem Etikett angeführt und werden von den Obstbauern befolgt. Auch Pflanzenschutzmittel mit höheren Risikoklassen sind geprüft und zugelassen, für sie gelten strengere Auflagen, z. B. zur Höchstmenge oder Anzahl der Einsätze. Was die Anwendung betrifft, gibt es in Südtirol Schulungen und Kontrollen, damit keine überhöhten Mengen ausgebracht werden. Auch ist jeder Obstbauer zur Einhaltung der guten Agrarpraxis verpflichtet. Mehr Umsicht und Verständnis Trotz aller Vorleistungen sind Reibungspunkte möglich. In einer Umwelt, wo z. B. Wohnbereiche und Obstanlagen auf engem Raum aufeinandertreffen und neue Obstanlagen dort entstehen, wo früher keine waren, ist die Situation besonders sensibel. Hier ist jeder Bauer aufgefordert, besondere Umsicht aufzubringen. Mit dem Einsatz Abdrift hemmender Sprühgeräte und dem Anpflanzen von Hecken kann Pflanzenschutz so betrieben werden, dass benachbarte Landwirte in ihrer Arbeit nicht beeinträchtigt und Anwohner nicht gestört werden (mehr dazu im nächsten Artikel). Es wurde bereits einiges für ein gutes Miteinander unternommen und die Bemühungen gehen weiter. Umgekehrt ersucht der Bauernbund auch für Verständnis für die Arbeit der Bauern: Ohne Pflanzenschutz können sie kein Obst produzieren, das zur Ernährung dient. Bauernbund Vinschgau

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