Reschensee-Region bündelt Kräfte
Bei der Präsentation der neuen Tourismusstrategie der Ferienregion Reschensee stand das Miteinander im Mittelpunkt.
Mals - „Gemeinsam sind wir stark“, unterstrich Christian Maas bei der Vorstellung der Strategie der Ferienregion Reschensee. Die Mitglieder der beteiligten Tourismusvereine Reschenpass (Gemeinde Graun) und Obervinschgau (Gemeinden Mals, Schluderns, Glurns und Taufers im Münstertal), Vertreter der Skigebiete Schöneben-Haideralm und Watles sowie die betroffenen Gemeindeverantwortlichen waren in die Aula des Oberschulzentrums Mals geladen worden. Es war eine Informationsveranstaltung, in der das Miteinander im Vordergrund stand. „Sehen Sie Ihren Nachbarn nicht als Konkurrenten, sondern als Partner. Nur im Miteinander können wir als Destination bekannt werden und somit auch jeden einzelnen Betrieb von uns stärken“, betonte auch Stefan Gruber von der Agentur Valmontis, die die Umsetzung der Marketingstrategie begleitet. Es gelte, an die gesamte Region zu denken und nicht an einzelne Betriebe. „Die Ferienregion Reschensee ist in Südtirol sicher nicht jene Region, die unter Massentourismus leidet“, betonte Gruber. Es gebe noch sehr viel Luft nach oben, sagte Maas, der als Präsident der Reschensee Konsortial GmbH fungiert, also jener Gesellschaft, die für die Marke Ferienregion Reschensee verantwortlich ist. Man habe vieles zu bieten, eine einzigartige Kulturlandschaft, Kulturgeschichte und gut ausgebaute Infrastrukturen. „Wir wollen unsere Schätze ordentlich vermarkten und die Highlights, die wir haben, ins Schaufenster stellen“, so Maas. Es sei sinnvoll, die Kräfte vor Ort zu bündeln. „Dabei gehe es nicht darum, dass wir uns vom Vinschgau abkapseln, wir sind Vinschger“, sagte Maas.
Alle in einem Zug
„Der Zug läuft und der Zug soll auch nicht mehr halten. Wir sitzen alle gemeinsam drin“, unterstrich auch Gerald Burger, der Geschäftsführer des Tourismusvereins Reschenpass. Er und Katharina Fritz, die Geschäftsführerin des Tourismusvereins Obervinschgau, stellten die Agenda vor. Alles konzentriere sich dabei auf das „Home of Outdoor“, die Region habe eine riesige Vielfalt an Outdoor-Aktivitäten auf kleinstem Raum zu bieten. Stefan Gruber ging schließlich genauer auf die Ziele der Ferienregion Reschensee ein. Vor allem wolle man die Markenbekanntheit international steigern, die digitale Sichtbarkeit ausbauen (mehr Direktbuchungen über Websites & Kampagnen), Kooperationen stärken, Synergien fördern und für eine nachhaltige Entwicklung sorgen. Elementar sei es auch, die Ferienregion als Ganzjahresdestination zu etablieren, vor allem in der Nebensaison soll die Auslastung gesteigert werden. Der Markt Deutschland sehe derzeit nicht mehr „so rosig“ aus, vor allem deshalb gelte es, auf neue Märkte zu setzen, hier habe man die Niederlande im Blick. Gruber stellte auch das Jahresbudget vor, das sich auf rund 640.000 Euro beläuft. Zustande kommt dies durch die Beiträge der Tourismusvereine Reschenpass (ca. 192.000 Euro) und Obervinschgau (ca. 233.000 Euro), jeweils abgerechnet nach Nächtigungsschlüssel von 50 Cent, das Geld der Skigebiete Schöneben und Watles (ca. 100.000 Euro, eingebracht nach Abrechnungsschlüssel der Zwei-Länder-Skiarena), sowie durch Kooperationen mit Hotels (ca. 90.000 Euro) und Ferienwohnungen (ca. 27.000 Euro). Das Geld fließe u. a. in klassisches Marketing, Performance-Marketing, Betreuung und Verwaltung, Public Relations etc. Allein der „neue Markt Niederlande“ fällt mit rund 50.000 Euro ins Budget. Roland Sprenger von der webwg stellte die neue Internetpräsenz der Ferienregion Reschensee (reschensee.com) vor. „Das Ziel ist es, stets im Blick zu haben, was der Gast will“, unterstrich er. Die Website lasse sich dynamisch „von Sommer auf Winter umschalten“. Zudem gibt es eine gut strukturierte Unterkunftssuche. Auch ein KI-Chat mit „Resi Reschensee“ ist geplant.
Gute Zusammenarbeit
Maas wies auf die intensive und gute Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure hin. Man könne mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Neben ihm gehören dem Verwaltungsrat der Reschensee Konsortial GmbH Joachim Theiner, Hubert Thanei und Christian Kuppelwieser an. An der Gesellschaft beteiligt sind die Tourismusvereine Obervinschgau und Reschenpass sowie die Schöneben AG und die Touristik & Freizeit GmbH, die das Wander- und Skigebiet Watles betreibt, mit jeweils 25 Prozent. Der Verwaltungsrat mit einem Vertreter pro Teilhaber sei bewusst schlank aufgestellt. Auch seien im Zuge der Gründung der Reschensee Konsortial GmbH und der Ferienregion Reschensee keine neuen Mitarbeitenden eingestellt worden. „Das Ziel ist es, das Budget, das wir haben, in die Internationalisierung zu stecken, nicht in die Verwaltung“, so Maas. Am Rande der Veranstaltung wurde mitgeteilt, dass die Tourismusvereine Reschenpass und Obervinschgau mit 1. Jänner 2026 in Tourismusgenossenschaften umgewandelt werden.