Nereo Ongaro der Bergrettung der Finanzwache Station Schlanders (SAGF) mit Suchhund Frieda.

Sicher auf Skitour

Publiziert in 1 / 2019 - Erschienen am 15. Januar 2019

Schlanders - Ein Lawinenseminar der anderen Art bot unlängst der BRD Schlanders in Zusammenarbeit mit der AVS Sektion Schlanders an. Sie luden den langjährigen Bergführer und Ausbildner Erwin Steiner aus Prags nach Schlanders ein. Er wartete mit interessanten, aktuellen Informationen auf - ausgehend von der Tatsache, dass der Mensch keinen angeborenen Sinn für Lawinengefahren hat, zu komplex sei das Thema Schneedeckenaufbau. Neben dem bekannten Grundlagenwissen, wie Standardausrüstung der Tourengeher, erläuterte er die neue Lawinenhomepage avalanche.report samt den Gefahrenstufen. Er wies jedoch darauf hin, dass der Lawinenlagebericht immer großflächig zu sehen sei, denn an diesem arbeiten im Vergleich zum Wetterbericht wenige Menschen. Deshalb ist es für jeden Tourengeher unerlässlich vor Ort die Lawinensituation beim Start neu zu bewerten. Große Herausforderung stellen die Übergänge von wenig zu viel Schnee dar. So kann die Ansammlung von mehreren Tourengehern auf engstem Raum tieferliegende, instabile Schneeschichten stören und eine Lawine auslösen. Fernauslösungen können sogar bis zu 2 km weit entfernt die Schneedecke in Bewegung setzen. Deshalb sind einige Grundregeln zu beachten: ca. 10 m Abstand zwischen den Tourengehern beim Aufstieg, beim Abfellen einen sicheren Platz suchen, einzeln abfahren. Anhand einer Analyse dreier Lawinenunglücke aus den vergangenen Jahren ging Steiner auf die Selbstverantwortung des einzelnen Skitourengehers und die Gruppendynamik ein. „Nur weil bereits fünf Tourengeher vorausgehen, bedeutet das noch lange nicht, dass die Tour sicher ist“, unterstrich er. Auch können sich dort wettbewerbsähnlichen Situationen entwickeln, „Wer ist schneller oben! Wer legt die noch steilere Spur“, wo die ob genannten grundlegenden Regeln vergessen werden. Abschließend wurde mit praktischen Übungen in Martell die Piepssuche geprobt, Notfallsituationen simuliert und der Ablauf einer Kameradenrettung vertieft. Auch die Bergrettung der Finanzwache Station Schlanders mit einem Suchhund nahm daran teil. Eine unverzichtbar gute Fortbildung, die über 70 Wintersportler in Anspruch nahmen.

Andrea Kuntner
Andrea Kuntner

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