Gähnende Leere herrscht oft im Latscher Ortskern.

Startschuss für Ortsbelebung in Latsch 

Gemeinde will mit Förderkonzept Betriebe in die Dorfkerne locken.

Publiziert in 33-34 / 2021 - Erschienen am 12. Oktober 2021

LATSCH - „In den vergangenen Jahren haben mehrere Gastronomiebetriebe im Ortskern geschlossen. Dem müssen wir entgegenwirken“, betonte Bürgermeister Mauro Dalla Barba bei der Gemeinderatssitzung im Latscher Ratssaal am Montag, 27. September. Die Ortszentren im Hauptort und in den Fraktionen zu beleben, vor allem mit Gastro und Handel: Dies habe sich die Gemeindeverwaltung auf die Fahnen geschrieben. „Man muss was tun“, so Dalla Barba. Dafür erntete er freilich breite Zustimmung. Um etwas zu tun, um Latsch wieder aufblühen zu lassen und den per se attraktiven Wirtschaftsstandort auch im Ortskern attraktiver zu gestalten, haben Gemeindereferentin Irmgard Gamper und Referent Manuel Platzgummer eine Verordnung ausgearbeitet. Man habe bei anderen Gemeinden nachgefragt, Tipps eingeholt, sich oft getroffen und daraus „das für Latsch Sinnvollste“ gemacht. Unterstützungen bis zu 10.000 Euro seien für Betriebe möglich. Bewerben kann man sich schon ab jetzt. 
Die Verordnung wurde in einem Booklet anschaulich grafisch und für alle verständlich dargestellt. Dort finden Interessenten die wichtigsten Infos kurz und bündig. Das Projekt trägt den passenden Titel „START-UP LATSCH – Das Förderkonzept der Marktgemeinde Latsch für Gastronomie, Handel & Start-ups“. Man wolle „damit etwas bewegen“ und hoffe schon jetzt einige Interessenten anlocken zu können, so Platzgummer. Denn: „Wir wissen wo der Schuh drückt“, ergänzte Dalla Barba.  

Die Details aus der Verordnung 

Die Verordnung wurde dem Latscher Gemeinderat in der Sitzung nochmals im Detail vorgestellt. „Durch die Gewährung von außerordentlichen Beiträgen wird angenommen, die Attraktivität der Ortszentren wieder aufwerten zu können, sei es für die ansässige Bevölkerung, ebenso wie für Touristen“, heißt es dort. „Dafür gibt es natürlich einige Bedingungen“, erklärte Irmgard Gamper. Es müsse ein Unternehmenskonzept vorgelegt werden sowie ein Finanzierungsplan für die geplanten Investitionen. Die Bewerber verpflichten sich, die Tätigkeit für mindestens 3 Jahre aufrecht zu erhalten. 
Die Tätigkeit müsse in einem „Ortszentrum“ erfolgen. Die möglichen Gebiete im Hauptort Latsch und in den Fraktionen sind dabei in der Verordnung genau geregelt. In Latsch reicht der Ortskern von der Grundschule bis zum Roten Schloss. In Goldrain spricht man vom Platzl und der „Auffüllzone“, in Morter ebenso von dieser. In Tarsch müssen sich Bewerber im historischen Ortskern niederlassen, in St. Martin im Kofel gilt das ganze Fraktionsgebiet. Durch verschiedene Punkte können Bewerber in der Rangliste steigen und die höheren Beiträge erhalten, Kriterien hierfür sind etwa die Verwendung ortstypischer Produkte sowie die Anzahl der Arbeitsplätze. Auch Jungunternehmer (unter 40) sowie in Latsch ansässige Personen erhalten „Bonuspunkte“ und somit mehr Förderungen. Ansuchen kann aber natürlich jeder, egal wie alt, egal von woher. Die Gesuche können jederzeit im Laufe des Jahres mittels Fax, Pec-Mail oder händisch im Lizenzamt der Gemeinde abgegeben werden. Sie werden innerhalb von 90 Tagen ab Einreichung auf ihre Vollständigkeit und im Hinblick darauf, ob es sich um eine förderungswürdige Tätigkeit handelt, überprüft.

Die Anmerkungen 

Sepp Kofler von der Bürgerliste begrüßte die Verordnung als einen guten Start, regte jedoch an, einige Anpassungen vorzunehmen und vor allem auch Landwirtschaft und Handwerk zu fördern. Auch SVP-Rat Joachim Weiss merkte an: „Es wäre sinnvoll das Konzept auch auszulagern auf Betriebe außerhalb des oben erwähnten Ortskerns. So gebe es auch einfachere Unterstützungsmöglichkeiten für Buschenschänke und Hofläden“. 
Der Gemeindeausschuss nahm die Vorschläge zur Kenntnis und erklärte, diese in einem zweiten Schritt anzudenken. Schon jetzt seien laut Verordnung Fördermöglichkeiten für Handwerk etc. auch im Ortskern vorgesehen – wenn man dort seinen Betrieb eröffnet. „Wir wollen in erster Linie mit kleinen Schritten die Ortskerne beleben. Denn die sind komplett ausgeblutet“, so Dalla Barba. Alles drum herum seien weitere Schritte. „Generell ist Latsch nach wie vor ein attraktiver Wirtschaftsstandort, lediglich die Ortskerne bereiten uns große Sorgen“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Für weitere Maßnahmen wolle man auch das derzeit entstehende Leitbild für die Gemeinde abwarten. Die Verordnung wurde schließlich einstimmig genehmigt. Für weitere Infos und Bewerbungen können sich Interessierte direkt an die Gemeinde Latsch wenden. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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