Jury-Mitglied Manfred Pinzger und die junge Köchin.
„Public Viewing“: Die Sendung wurde vor dem Speckeggele und der Bar Cremona live verfolgt.
Vici in der Speckeggele-Küche mit Tim Raue und Sepp Schellhorn.

Vici glänzt bei „Kitchen Impossible“

Vinschger Köchin begeistert Starköche und TV-Zuschauer mit selbst erlegtem Wild.

Publiziert in 1 / 2026 - Erschienen am 13. Januar 2026

Schlanders - Eine junge Vinschger Köchin bereitet ihr selbst erlegtes Wild zu. Das Lob der Starköche ist ihr gewiss, und Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer im TV sind begeistert – genauso wie viele Besucherinnen und Besucher beim Public Viewing an einem kalten Dezemberabend in der Fußgängerzone in Schlanders. An jenem 15. Dezember erfolgte nämlich die Erstausstrahlung der „Weihnachts-Edition“ der weitum beliebten VOX-Sendung Kitchen Impossible. Eine der Protagonistinnen: die 30-jährige Schlanderserin Victoria „Vici“ Walder. Eine lange Geheimniskrämerei hatte damit ihr Ende. Aber der Reihe nach.

Die Tür, die sich öffnete 

„Ich habe immer gesagt: Für mich geht eine Tür auf, und ich muss schauen, was dahinter ist. Sonst würde ich mich mein Leben lang fragen, was gewesen wäre, wenn“, erklärt Vici, als der Vinschger die junge Frau im Speckeggele in Schlanders besucht. Keine Frage. Mit der Teilnahme an der prestigeträchtigen Kochshow haben sich so manche Türen geöffnet. Die junge Köchin spricht von einer „Riesenchance“, einer großartigen Werbung „für mich, für den Vinschgau und für die gesamte Südtiroler Küche“. Die Chance nicht zu nutzen, sei dabei nie eine wirkliche Alternative gewesen. „Ich versuche, größer zu denken – nur so kann man wachsen“, sagt sie. Gewachsen sei sie durch die Sendung nicht nur beruflich, sondern vor allem auch persönlich.

Leber vom selbst erlegten Hirsch 

„Als Köchin lässt man dabei regelrecht die Hosen runter: Man präsentiert sein Essen in einer Box und hat null Einfluss darauf, was die Starköche zu den eigenen Gerichten sagen. Ich bin aber gut davongekommen“, lacht sie. Die Bewertung des Essens sei sehr gut gewesen, „das war mega für mich“. Auch die Beschreibungen der Starköche seien voller Komplimente gewesen. Verkostet wurden ihre Gerichte von Tim Raue aus Berlin und Sepp Schellhorn aus dem Pongau im Salzburger Land. Serviert wurden die Speisen in einer schwarzen Box, ganz ohne Hintergrundinfos. Danach mussten die beiden Starköche das Menü selbst nachkochen. Aufgetischt wurden von Vici eine Terrine von der Hirschleber mit hausgemachter Brioche, geschmorte Hirschbacken auf Gerstenrisotto mit Apfel, Sellerie und Kaminwurz sowie Riebel mit Vinschger Apfelmus. Der Hirsch hierfür war von der passionierten Jägerin selbst erlegt worden. Die Gerichte stehen mittlerweile auch im Speckeggele auf der Speisekarte. „So können sich alle ein Bild davon machen“, sagt Vici. 

„Viele haben sich gewundert“ 

Gedreht wurde die Sendung bereits im Februar 2025, ausgerechnet über das Valentinstags-Wochenende. „Viele haben sich natürlich gewundert, was hier los ist“, erzählt Vici. „Wir haben aber alles gut geheim gehalten.“ Man habe eine große Gruppe mit einem Weihnachtsthema, so die Ausrede der Familie Walder, um Valentinstags-Anfragen abzulehnen. „Es musste dichtgehalten werden bis zum Erscheinungstermin“, so Vici. Das sei auch dem Sender sehr wichtig gewesen. Schließlich galt es den Inhalt bis zum Premierenabend nicht zu spoilern. Die ‚Weihnachts-Edition‘ von ‚Kitchen Impossible‘ – die Sendung wird ohnehin durchschnittlich von rund zwei Millionen Menschen verfolgt – ist ein Jahreshöhepunkt.

Duell der Starköche

Das Format sieht dabei alljährlich so aus: Prominente Köche duellieren sich paarweise miteinander. Heuer lauteten die Paarungen Tim Mälzer und Roland Trettl sowie Tim Raue und Sepp Schellhorn. Die Teams wurden dabei jeweils an Orte geschickt, um die Spezialitäten einer regionalen Köchin bzw. eines regionalen Kochs nachzukochen, allein anhand von Geschmack und Geruch. Wer am Ende näher am Original ist, entscheidet eine Jury aus Menschen, die das Gericht kennen. So kam es, dass Trettl, der selbst aus Südtirol stammt, Raue und Schellhorn nach Schlanders ins Speckeggele schickte. Dort mussten der Berliner Zwei-Sterne-Koch, der für seine moderne europäische Küche mit asiatischem Touch bekannt ist, und die Salzburger Küchen-Ikone das Festtagsmenü von Vici nachkochen. Unter Dauerbeobachtung der Küchenchefin, unter den wachsamen Augen der TV-Kameras – und nicht zuletzt unter viel Druck. Anschließend wurden die Gerichte von Stammgästen, Freunden und Familienangehörigen des Speckeggeles bewertet. Die Vinschger Jury vergab im Durchschnitt eine 7. Neben den Eltern von Vici, Corina und Markus, ihrem Großvater Josef „Peppi“ Sailer, ihrem Partner Thomas, ihrem Bruder Manuel und dessen Partnerin Leni befanden sich Elisabeth Wellenzohn, Elisabeth Warger und Fabian Egger in der Jury. „Besonders gefreut hat es uns, auch Manfred ‚Manni‘ Pinzger in der Jury zu haben. Nicht nur als Stammgast des Restaurants sondern auch als fachkundige Person, in seiner Rolle als damaliger HGV- Präsident“, so Vici. Das gegnerische Duo Trettl und Mälzer stand derweil in Lech am Arlberg im Einsatz.

Der Sautanz war der Anstoß 

Aber wie kam es überhaupt zur Einladung? „Kitchen Impossible ist ein Format, für das man sich nicht bewerben kann – sie müssen auf dich aufmerksam werden“, erklärt Vici. Ein wichtiger Schritt dafür war der erste Sautanz in Südtirol im Jahr 2023, den sie gemeinsam mit dem österreichischen Starkoch Max Stiegl organisiert hatte. Heuer soll dieser übrigens erneut stattfinden, und zwar im November. Beim Sautanz – einer traditionellen, heute selten gewordenen Form der ganzheitlichen Schweineverarbeitung – wird das Tier vollständig verwertet, vom Kopf bis zum Schwanz. „Dadurch wurde Kitchen Impossible auf uns aufmerksam“, erzählt sie. Danach habe man Unterlagen eingeschickt, Storytelling betrieben und erklärt, wofür man steht. „Bei mir stand natürlich das selbst erlegte Wild im Vordergrund.“

Vieles war unklar

Bis kurz vor Drehbeginn sei vieles unklar gewesen. „Wir wussten bis fünf vor zwölf nicht, was genau passiert und wer genau kommt.“ Die Rezepte seien da längst abgegeben gewesen. Verkostet wurde schließlich auf der eigenen Hütte am Nörderberg, nachdem Krampusse die schwarze Box mit den Gerichten gebracht hatten. „Uns war wichtig, auch Vereine und lokale Partner mit einzubinden“, unterstreicht Vici. Das Kamerateam war von Donnerstag bis Sonntag vor Ort, die Starköche am Freitag und Samstag. Am Freitag wurde verkostet, am Samstag nachgekocht, gegessen und bewertet. Auch einkaufen mussten die prominenten Köche selbst. „Sie sind durchs Dorf gegangen, haben beim Metzger Leggeri das Fleisch gekauft und im Despar Alber die restlichen Zutaten“, erzählt Vici und ergänzt: „Sie haben es super gemacht. Es sind feine Leute.“ Freilich, die Nervosität bei der jungen Köchin selbst sei extrem gewesen: „Ich war sogar krank“, gesteht sie. Nichtsdestotrotz sei es eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. Und eine genutzte Chance. 

Michael Andres
Michael Andres

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