Diskutierten über das Älterwerden (v.l.) Ulrich Egger, Gabriele Crepaz, Luis Durnwalder und Johannes Graf Trapp.
Moderatorin Sabina Frei.
Zahlreiche Besucher waren vor Ort.
Das Buch erschien im November 2019 im Athesia-Verlag.

Das Glück kann man sich richten 

Außergewöhnliche Lebensgeschichten über das Älterwerden: Ein Buchgespräch in Latsch. 

Publiziert in 36 / 2020 - Erschienen am 20. Oktober 2020

LATSCH - „Uns alle beschäftigt gutes Altern. Wie man es anstellt, gut älter zu werden, darauf gibt die Autorin einige Antworten“, brachte es Moderatorin Sabina Frei kürzlich in der Galerie im „Spazio Rizzi“ in Latsch auf den Punkt. Im Rahmen eines Buchgesprächs sinnierten unter anderem Johannes Graf Trapp und Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder über das Älterwerden. Die beiden sind einige der Protagonisten des Buches „Das Glück kann man sich richten“. Das Buch von Autorin Gabriele Crepaz und von Fotograf Ulrich Egger erschien im November 2019 im Athesia-Verlag. 

Geschichten von 20 Frauen und Männern

Crepaz hat mit 20 Frauen und Männern gesprochen und erzählt ihre Geschichten. „Die Menschen waren offen und haben gleich zugesagt“, erklärte die Autorin. Die Idee zum Titel sei von Luis Durnwalder gekommen. „Deshalb habe ich auch geschrieben, dass er in gewisser Weise ein Romantiker ist“, erzählte die Autorin. Das Glück könne man sich richten, betonte Durnwalder auch beim Buchgespräch in Latsch. „Man muss sich nur klar werden, dass es im Leben Höhen und Tiefen gibt“, so Durnwalder. Der Alt-Landeshauptmann, der ein Leben voller Termine und Verpflichtungen führte und sich ganz der Politik verschrieben hatte, ist heute noch viel unterwegs und nach wie vor ein zufriedener Mensch, wie er betonte. „Ich habe zwar nichts mehr zu sagen in der Politik, aber ganz loslassen konnte ich immer noch nicht. Ich bin viel und gerne unterwegs. Mein Körper war es nie gewohnt, dass ich mich schone. Ich hoffe, er sagt es mir rechtzeitig, wenn ich kürzer treten muss – und nicht erst wenn es zu spät ist“, sagte Durnwalder. 

Anekdoten aus dem „Burg-Leben“

Johannes Graf Trapp, der „lebenslange Verwalter der Churburg“, wie er sich selbst nennt, berichtete über Anekdoten aus seinem „Burg-Leben“, der Freude an Führungen und vieles mehr. „Sie glauben ja nicht, wie viele Leute meinen, dass ich hier mit der Krone herumlaufe und alle zwei Jahre einen neuen Rolls-Royce kaufe“, wird Trapp unter anderem auch im Buch zitiert. Der Adelige, 1946 auf Schloss Friedberg in Nordtirol geboren, erbte 1983 von seinem Onkel die Churburg. 2014 übergab er die Schlüssel der Burg seinem Sohn Gaudenz. „Auf jeden Fall ist für die nächsten zwei Generationen gesichert, dass ein Trapp hier weiterhin resident sein wird“, freute er sich über das Erreichen eines Lebensziels. Seit rund 500 Jahren ist die Burg in Besitz der Familie Trapp. Stets sei man darauf bedacht gewesen, alles so zu lassen wie es schon immer war. „Du musst das Haus gernhaben. Wie eine Frau. Sonst ist es eine Last. Ich habe mich in das Haus verliebt. Und ich sage immer, ich würde mein letztes Hemd ausziehen, um es zu erhalten“, so Graf Johannes. 

Was bleibt zum Schluss?

Fotografisch festgehalten wurden die Menschen im Buch von Ulrich Egger. Gleichzeitig mit dem Buchgespräch fand im „Spazio Rizzi“ auch die Finissage seiner Ausstellung „Orte“ statt. „Was bleibt zum Schluss?“, fragte der Künstler und Fotograf. Mit seiner Ausstellung wolle er Fragen als Orte sichtbar machen. Die Bilder, Collagen, Fotografien und Installationen ließen Platz für verschiedene Interpretationen. Im Buch sei dem aus St. Valentin auf der Haide stammenden Künstler wichtig gewesen, „dass die Personen nicht direkt in die Kamera schauen“. Stattdessen sollten sich die Interview-Partner auf den Dialog mit Autorin Gabriele Crepaz konzentrieren. Zudem habe der Fotograf bereits vorab eine genaue Vorstellung über die Anzahl der Fotos gehabt. „Ich wollte keine Bilder knipsen und kein Bild zu viel machen. Jedes Bild sollte perfekt sein“, erklärte der Wahlmeraner Egger. 

Michael Andres
Michael Andres

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