Das sehr besuchte Konzert in der St.-Veit-Kirche auf dem Tartscher Bühel bestritten Marian Polin und Philipp Lamprecht.
Im Bild (v.l.): Philipp Lamprecht, Lukas Punter sowie Blidmund Kristler und Dieter Pinggera (Musica Viva Vinschgau) kurz vor dem Konzert in der St.-Veit-Kirche.
Lukas Punter und Karin Wallnöfer
Simone Vebber bei der Live-Orgelimprovisation in der Pfarrkirche von Stilfs.

Eine Woche voller Orgelmusik

Orgelkunst-Festival mit vielen Höhepunkten an besonderen Orten

Publiziert in 14 / 2026 - Erschienen am 28. Juli 2026

Vinschgau - Eine ganze Woche lang brachten renommierte einheimische und internationale Musiker und Musikerinnen die dichte und bunte Orgellandschaft im Westen Südtirols mit besonderen Konzerten im wahrsten Sinne des Wortes zum Erklingen. Auch bei der heurigen 34. Auflage des „Orgelkunst-Festivals Vinschgau-Meran“ - es wurde im Jahr 1990 als „Internationale Orgelakademie Schloss Goldrain“ von Dietrich Oberdöfer und Andrea Marcon gegründet - konnte das Publikum bei freiem Eintritt einzigartige Darbietungen an besonderen Orten erleben und ein buntes Programm von der Renaissance bis zur Moderne genießen. Seit 5 Jahren wird das Festival von Marian Polin (Organist und Experte für Alte Musik und historische Kirchenmusik) und von Lukas Punter (Organist und Kirchenmusiker) organisiert. Sie sind die künstlerischen Leiter des Festivals, das schon seit mehreren Jahren in enger Zusammenarbeit mit Musica Viva Vinschgau veranstaltet wird.

Hochkarätiges Programm

Zur Eröffnung des Festivals am 12. Juli wirkten beim Hochamt zum Fest St. Benedikt im Kloster Marienberg unter der Leitung von Lukas Punter der Kammerchor Marienberg und Marian Polin an der Orgel mit. Im Rahmen einer Orgelwanderung in Goldrain, Tiss und Vetzan erklang am 12. Juli erstmals wieder die Orgel von Carlo Prati aus dem Jahr 1651 in Tiss. Diese Orgel war ein zentrales Instrument für die vielen Meisterkurse und Konzerte in der langen Festival-Geschichte. Das Orgelmusik-Programm umfasste auch Konzerte in der alten Pfarrkirche in Agums, in Partschins, Laas und Naturns.

Besondere Höhepunkte

Zu den Solokonzerten gehörte u.a. der sehr gut besuchte Auftritt des „singenden Schlagzeugers“ Philipp Lamprecht (Leipzig/Naturns; Strohfiedel und Gesang) zusammen mit Marin Polin (Mals/Laatsch; Truhenorgel und Virginal) am 15. Juli im besonderen Ambiente der Kirche St. Veit auf dem Tartscher Bühel. Ein weiteres einzigartiges Highlight war am 17. Juli die Live-Orgelimprovisation zum Stummfilm „The Epic of Everest“ mit Simone Vebber in der Pfarrkirche von Stilfs. Vebber, Professor für Orgel am „Politecnico delle Arti di Bergamo”, verlieh dem Stummfilm mit beeindruckenden Naturaufnahmen aus dem Himalaya und dem Tibet, den Captain John Noel 1924 über die britische Mount-Everest-Expedition von George Mallory und Andrew Irvine gedreht hatte, sozusagen ein „musikalisches Gewand“. Das zahlreiche Publikum konnte an einer Leinwand in der Kirche den Stummfilm ansehen und gleichzeitig Vebbers Orgelimprovisation auf sich wirken lassen. Die Gemeindereferentin Karin Wallnöfer bedankte sich bei den Mitwirkenden sowie den Verantwortlichen des PNRR-Projektes „Stilfs - Resilienz erzählen“ für die Unterstützung. Sie gab auch der Hoffnung Ausdruck, dass es kulturelle Angebote, wie man sie bisher im Rahmen des nunmehr auslaufenden „PNRR-Geschenkes“ erleben durfte, auch in Zukunft in irgendeiner Form geben wird.

Den Abschluss des Festivals bildete am 18. Juli ein Doppelkonzert in der Musikschule und in der Pfarrkirche Naturns, wobei unter dem Titel „ForumJugend“ Musikschülerinnen und Musikschüler sowie Studierenden eine Bühne geboten wurde. Den künstlerischen Leitern Marian Polin und Lukas Punter ist es auch bei der heurigen Auflage gelungen, den Orgelfreunden und Orgelfreundinnen eine Woche lang „klangliche Unikate“ zu bieten, die einen „unvergleichlichen Querschnitt durch verschiedenste Epochen und Stile der Orgelmusik“ erlaubten.

Josef Laner
Josef Laner

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